Erstellt am: 25.06.2007
Letzte Änderung am: 25.06.2007
Bei einem Risus (lat.) handelt es sich um eine spezielle Bewegung der Atmung, die sich dadurch auszeichnet, dass das Ausatmen schnell hintereinander in Stößen erfolgt, die zum Teil auch von mehr oder weniger starkem Schall begleitet sind. Dabei können Luftgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h entstehen. Was sich so dramatisch anhört, ist allerdings nicht gefährlich - obwohl es meist ansteckend ist. Es handelt sich dabei um nichts anderes als das Lachen.
Anatomisch gesehen ist das Lachen eine Meisterleistung, die fast in den Bereich von Leistungssport fallen könnte. Immerhin nutzt der Mensch dafür alleine in der Gesichtsregion 17, im ganzen Körper sogar 80 Muskeln. So verengen sich die Augen auf kleine Schlitze und die Mundwinkel heben sich. In den Beinen dagegen erschlaffen die Muskeln, so dass der Körper nach vorne kippt. Ein weiterer Effekt zeigt sich in einem anderen Bereich: Nicht umsonst gibt es die Redewendung "sich vor Lachen in die Hose pinkeln".
Von der Wissenschaft der guten Laune
Entsprechend gibt es auch eine eigene Wissenschaft, die sich mit dem Phänomen des Lachens beschäftigt. So konnten die Gelotologen feststellen, dass das Lachen, vor allem, wenn es sehr intensiv ist, quasi ein Sieg des Körpers über den Verstand ist. Ein besonders gutes Beispiel sind die berüchtigten Lachattacken, bei denen man nicht mehr aufhören kann zu lachen, selbst wenn man es wollte. Zudem ist es ansteckend: Kaum jemand kann einen ernsten Blick wahren, wenn sein Gegenüber schallend lacht.
Stresskiller
Dabei wirkt sich das Lachen nicht nur positiv auf die Laune aus, sogar das allgemeine Befinden und die Gesundheit können davon beeinflusst werden. So baut es in erster Linie Stress ab, der sich vor allem durch eine hohe Konzentration von Adrenalin im Blut zeigt. Lachen setzt dagegen Endorphine und Dopamine, so genannte Glücksboten für das Gehirn frei und senkt damit den Spiegel des Stresshormons. Der Körper entspannt sich.
Bessere Blutwerte
Gleichzeitig wirkt sich dies auch auf die Blutwerte an sich aus. Zum einen konnten Wissenschaftler feststellen, dass der Blutdruck während des Lachens zwar steigt, aber anschließend senkt er sich nicht nur kurzfristig, sondern sogar nachhaltig. Eine Studie zeigte, dass Schlaganfallpatienten, die so genanntes Lach-Yoga praktizierten, nachhaltig bessere Werte hatten. Ähnliche Ergebnisse sind auch bei Diabetikern zu erkennen. Hier zeigt sich, dass der Blutzucker nachhaltig sinkt, je häufiger man lacht.
Doch die Wirkung geht noch weiter: Der Stoffwechsel wird sogar so intensiv beeinflusst, dass die Verdauung angeregt und der Cholesterinspiegel gesenkt wird. Durch den beschleunigten Herzschlag und die unterschiedliche Atemtechnik erhält der Körper eine bessere Versorgung mit Sauerstoff. Lachen stärkt das Herz-Kreislaufsystem sogar nachhaltig. Denn während man 20 Sekunden lacht, bringt der Körper in etwa die gleiche Leistung wie bei drei Minuten schnellem Rudern.
Lachen macht gesund
Dabei handelt es sich nicht nur um eine Redensart. Denn tatsächlich stärkt Lachen das Vermögen des Körpers, sich selbst zu heilen. Schon seit Jahren werden vor allem in Kinderkrankenhäusern so genannte Klinik-Clowns engagiert. Sie sollen die kleinen Patienten zum Lachen bringen, die dadurch Schmerzen und ihre Krankheit vergessen und schneller gesund werden.
Außerdem stärkt Lachen das Immunsystem. Tatsächlich sind fröhlichere Menschen seltener krank. Denn Immmunglobuline und Zytokine, die den Körper vor Infekten bewahren und die Abwehrfähigkeit des Körpers erhöhen, werden durch das Lachen ausgeschüttet. Der Schutz hält sogar noch Stunden nach der guten Laune an.
Dabei geht es nicht nur um Infektionen von Wunden oder Erkältungskrankheiten. Sogar körpereigene Killerzellen, die gegen Tumore kämpfen, profitieren vom Lachen. Sie werden aktiver und können somit effektiver zum Beispiel gegen Krebs vorgehen.
Lachen unter Anleitung
Doch es gibt auch Leute, die das Thema ernsthaft angehen wollen. Für diese gibt es mittlerweile deutschlandweit Lachclubs, in denen unter Anleitung gelernt und geübt wird, wie man richtig lacht. Basis ist die "Schule" des indischen Arztes Madan Kataria, der das Hasya-Yoga, das Yoga des Lachens, entwickelte.
Wer gesund und vor allem fröhlicher leben will, sollte sich also mehrmals am Tag ein paar Minuten Zeit nehmen und lachen. Es gibt keine günstigere Medizin und vor allem keine, die so viel Spaß macht.
Autor: Redaktion