Erstellt am: 13.11.2006
Letzte Änderung am: 13.11.2006
Diabetiker sollten ihre täglichen Blutzuckermessungen und Medikamentengaben in einem Tagebuch kontrollieren, nicht zuletzt damit der betreuende Arzt bei Komplikationen den Verlauf des Diabetes verfolgen kann. Inzwischen gibt es die verschiedensten Möglichkeiten dies mit Unterstützung des Heimcomputers zu tun und dabei auch noch die Motivation zum "Durchhalten" zu verbessern.
Die erweiterten Möglichkeiten eines Computers, verglichen mit einem herkömmlichen Tagebuch, machen es immer attraktiver, die Diabetes-Dokumentation auf elektronischem Weg zu erledigen. Es gibt inzwischen Programme, wie DiabLink, das auf www.diabetestagebuch.de angeboten wird oder SiDiary auf www.sidiary.org, die in beide der Lage sind, die Messwerte elektronisch zu verwalten und den Verlauf grafisch darzustellen. DiabLink ist darüber hinaus in der Lage, dem betreuenden Arzt Zugriff auf die Daten zu gewähren. Dies vereinfacht und verbessert die Kommunikation zwischen dem Patienten und dem Arzt. Beide Programme bieten außerdem die Möglichkeit die Daten per SMS von unterwegs einzugeben, falls man sich zum Beispiel auf Reisen befindet. Darüber hinaus können die Messergebnisse über einen Pocket PC oder direkt vom Messgerät übertragen werden, vorrausgesetzt das Gerät besitzt eine entsprechende Schnittstelle.
Die Lizenzen sowohl für die PC-Tagebücher als auch die Module für das Online-Diabetes-Tagebuch sind kostenpflichtig, allerdings können kostenlose Testversionen herunter geladen werden.
Einen Schritt weiter
Die Erweiterung von diesem Konzept ist in englischer Sprache bereits über eine Website aus den USA verfügbar. Auf www.diabetescontrolforlife.com bieten sich dem Benutzer die Möglichkeiten, individuelle Ziele zu definieren, die man in einem bestimmten Zeitraum erreichen möchte. Dadurch werden dann die Rahmenbedingungen des Programms festgelegt. Hauptsächlich dreht es sich dabei um Gewichtsreduktion durch einen festen Ernährungsplan und die Erhöhung des Bewegungspensums durch ein strukturiertes Training. Der begleitende Speiseplan enthält allerdings einen Gutteil der Produkte des Anbieters, was vielleicht nicht von jedem Benutzer gewünscht wird. Abgesehen von der Eigenwerbung werden aber abwechslungsreiche Rezepte angeboten.
In die Dokumentation werden das täglich absolvierte Bewegungspensum, die Lebensmittel, die man zu sich genommen hat, eventuelle Gewichtsveränderungen und die täglichen Messwerte eingetragen und benutzerfreundlich in einer Kurvengrafik dargestellt. Ein erfolgreicher Fortschritt ist sofort nachzuvollziehen, ebenso wie ein Stillstand oder eine Verschlechterung der Werte.
Der Motivationsfaktor ist hier besonders hoch, da man das Gefühl vermittelt bekommt, regelrecht "gecoacht" zu werden. Sport-, Ernährungs- und Diabetesfachleuten betreuen die Website und so sind kompetente Ratschläge garantiert. Die Emails, die einen daran erinnern sollen, sein Tagebuch auf dem neuesten Stand zu halten oder neue Rezepte auszuprobieren sind in typisch amerikanischer "Du schaffst es"- Manier geschrieben.
Einen weiteren kleinen Nachteil, hat das Programm: Man muss relativ viele Daten täglich eingeben. Ist das Programm aber erst mal eingerichtet und hat sich mit seiner Hilfe eine gewisse Routine im Alltag eingestellt, kann man mit Sicherheit eine umfassende Dokumentation seiner Lebensweise in Bezug auf den Diabetes erreichen. Dadurch wird je nach Verlauf, durch Bestätigung oder das Aufmerksam machen auf schlechtere Werte, die persönliche Motivation erhöht, seine Ernährung und Bewegung an die Anforderungen des Diabetes anzupassen um Folgeerkrankungen zu vermeiden.
Fazit
Diabetes Dokumentation via Computer bzw. Internet ist möglich und bietet die Vorteile der unkomplizierten Verwaltung oder Verknüpfung mit weiteren Aspekten der Einstellung auf die Stoffwechselerkrankung. Auch die Kommunikation mit dem betreuenden Arzt kann verbessert werden. In Kauf genommen werden müssen allerdings damit verbundene Kosten bzw. mehr oder weniger aufdringliche Eigenwerbung des Anbieters für seine Produkte.