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Selbsthilfe bei Gestationsdiabetes

Selbsthilfe bei Gestationsdiabetes

Selbsthilfe bei Gestationsdiabetes Im letzten Drittel der Schwangerschaft (ab der 24. Woche) kann ein Gestationsdiabetes festgestellt werden. Bedingt durch Übergewicht oder einen bereits in der Familie aufgetretenen Schwangerschaftsdiabetes erhöht sich das Risiko einer Erkrankung der werdenden Mütter. In den meisten Fällen verschwindet diese mit der Geburt des Kindes wieder. Der Hormonhaushalt und der durch das blutzuckersenkende Hormon Insulin geregelte Blutzucker normalisieren sich. Das Risiko, in einer weiteren Schwangerschaft ebenfalls einen schwangerschaftsbedingten Diabetes zu bekommen, ist jedoch um ein Vielfaches erhöht.

Eine genaue Zahl der Betroffenen lässt sich nur schwer ausmachen, da ohne einen vom Arzt durchgeführten Test ein Gestationdiabetes oft unbemerkt und schmerzlos verläuft. Unbehandelt ist dieser besonders gefährlich für das Ungeborene. Es kann zu einer Entwicklungsstörung bis hin zum Tod des Kindes führen.

Behandlung durch richtige Ernährung

Oberstes Ziel einer erfolgreichen Behandlung ist es, die Blutzuckerwerte zu normalisieren. Bei mehr als 80 % aller betroffenen Patientinnen ist eine Therapie durch richtige und gesunde Ernährung ausreichend.

Dabei sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • nicht "für zwei" essen (der tatsächliche Mehrbedarf entspricht etwa 200 - 300 kcal)
  • viel trinken (zwei Liter pro Tag), am besten Wasser, ungesüßten Tee und Fruchtsaftschorlen
  • wenig fettreiche Lebensmittel
  • fettarme Milchprodukte verzehren (Calciumbedarf)
  • wenig Fleisch, aber viel Fisch (Jod)
  • sparsam mit Salz umgehen
  • viele Vitamine und Mineralstoffe zu sich nehmen (Obst, Salate, Kohlenhydrate in Form von Nudeln, Brot etc.)

Um seinen Blutzucker zu entlasten, sollten die Mahlzeiten auf sechs kleinere Portionen über den Tag verteilt werden. Frauen mit Gestationsdiabetes sollten im Laufe der Schwangerschaft weniger stark zunehmen als gesunde werdende Mütter. Deshalb sollte ein Kalorienbedarf von 1500 bis 1800 kcal täglich nicht überschritten werden.
Aber Vorsicht! Während der Schwangerschaft ist von einer Gewichtsabnahme abzusehen, da eine ausreichend Versorgung des Kindes nicht gewährleistet ist. Empfehlenswert ist es, einen Diabetologen und eine Diätberaterin zu Rate zu ziehen. Sie können hilfreiche Tipps zur Zusammenstellung und Menge der Nahrung geben.

Sport hilft

Beim Sport gilt es zu beachten, dass Intensität und Dauer nicht maßlos übertrieben werden. Tabu sind Sportarten, welche eine Extrembelastung für den Körper darstellen (Marathon etc.) oder wo das Risiko von Stürzen und Schlägen (Mountainbike etc.) zu groß ist. Walken, leichtes Joggen, Schwimmen, Wandern oder Skilanglauf helfen die Kondition zu verbessern, das Becken zu stärken und einen Muskelabbau während der Schwangerschaft zu unterbinden. Der Puls sollte 150 nicht überschreiten. (für die Messung empfiehlt sich eine Pulsuhr). Durch die Bewegung an der frischen Luft erhalten Mutter und das Ungeborene einen regelrechten Sauerstoffschub. Die freigewordenen Endorphine wirken sich auf das Wohlbefinden beider aus. Zwischen den sportlichen Aktivitäten aber nicht vergessen, auch mal die Füße hochzulegen! Entspannung und Ruhe sollten nicht zu kurz kommen.

Werte messen

Mit der richtigen Ernährung und ausreichender Bewegung klappt es in den meisten Fällen, die Blutzuckerwerte in den Griff zu bekommen. Treten Komplikationen oder Beschwerden auf, muss sofort ein Arzt konsultiert werden. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es wichtig, dass die Betroffenen lernen, den Blutzucker selbst zu bestimmen. Die Kontrollen müssen in regelmäßigen Zeitabständen durchgeführt werden, denn selbst kurzfristig auftretende hohe Blutzuckerkonzentrationen können dem Kind schaden. Die so erhaltenen Werte sollten am besten in ein kleines Diabetestagebuch eingetragen werden. So kann sich der Arzt bei der nächsten Untersuchung ein genaues Bild von den Blutzuckerwerten machen und in diesem Zusammenhang auftretende Fragen und Probleme leichter beantworten.
Reicht eine Therapie durch Ernährungsumstellung nicht aus, erfolgt in knapp 15 % eine Insulinbehandlung. Die Patientin bekommt meist kleinere Mengen an schnellwirkendem Insulin vor den Mahlzeiten verordnet. Zusätzlich erhält sie lang wirkendes Insulin abends vor oder morgens nach dem Aufstehen. Dosis und Wahl des Insulins sind abhängig von den Lebensgewohnheiten und Bedürfnissen der Patientin. Diabetikermedikamente in Tablettenform dürfen während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Nach der Geburt wird das Insulin in der Regel wieder abgesetzt.


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