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Impotenz-Selbsthilfe

Männer leiden gerne, lassen sich aber nicht helfen

Es gibt keinen Zweifel, dass das Problem der Erektionsstörungen für viele Männer leicht zum teuflischen Kreislauf wird: Entweder sind die Gründe für scheinbare Impotenz im psychischen Bereich zu suchen - dann kann der Weg der Ursachenforschung lang und mühsam sein, Lösungen sind nicht garantiert. Oder aber es liegen organische Gründe vor - der Diabetes mellitus ist hierbei ein häufiger Auslöser - die wiederum zu schweren seelischen Belastungen führen können. Wie auch immer: Darüber zu reden wäre ein wichtiger Schritt für alle Betroffenen. Nur tun es die Wenigsten.

Wenn man im WWW nach Selbsthilfegruppen zur Symptomatik der Erektilen Dysfunktion (ED) sucht, ist das Ergebnis gleichsam überraschend und frustrierend. Unter www.impotenz-selbsthilfe.de findet sich ein einziger, fundierter Auftritt im ganzen deutschsprachigen Internet. Dieses Angebot geht ausführlich auf die Krankheit und deren Folgen ein, informiert gründlich, bietet auch eine Hotline für persönliche Fragen und wird von Betroffenen angeboten - die sich auch als wirkliche Selbsthilfegruppe regelmäßig treffen und austauschen. Wenn ein Betroffener, der nicht gerade in Bayern wohnt, aber sich durchringt, seine Probleme mit anderen zu teilen, in der Hoffnung, Impulse für einen besseren Umgang mit den Belastungen und eventuell gar Lösungsansätze zu erhalten, findet er schwerlich geeignete Angebote. Natürlich steht ihm der Weg über die großen Beratungsnetzwerke wie zum Beispiel "pro familia" offen - doch wirklich geholfen ist ihm damit nicht. Denn gerade der Punkt des "mit Fremden darüber reden müssen" - zumal mit Frauen, die in diesen Organisationen einen Großteil der Ansprechpartner stellen - ist wahrscheinlich ein schier unüberwindbares Hindernis.

Zwei Definitionen von Selbsthilfegruppen, die u.a. NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen) anbietet, verdeutlichen, wo genau der Vorteil eines solchen Ansatzes liegen kann:
"Selbsthilfegruppen sind freiwillige Zusammenschlüsse von Menschen mit einem gemeinsamen Problem oder einer gemeinsamen Erkrankung. Sie arbeiten selbst-organisiert und eigenverantwortlich. Sie werden nicht von Fachleuten geleitet.
Oder:
Selbsthilfegruppen sind Versuche, aus gemeinsamer Betroffenheit heraus gemeinsam mit anderen eigene Wege bei der Bearbeitung eigener Probleme gehen zu lernen."

Zusätzlich zu den offensichtlichen Vorteilen einer solchen Herangehensweise ist allerdings die gute Erreichbarkeit einer "Impotenz-Selbsthilfegruppe" von großer Bedeutung. Denn das grundsätzliche Problem, dass Männer ungerne Schwächen eingestehen, schon gar nicht vor Geschlechtsgenossen, bedeutet in der Praxis zweierlei:
1. Betroffene trauen sich nicht, nach zu fragen. Gleich, ob beim Urologen oder bei der Beratungsstelle: Die Frage nach der nächstgelegenen Selbsthilfegruppe bereitet schon im Vorhinein körperliche Pein und fällt dann meist unter den Tisch.
2. Die Konsequenz daraus: Es gibt so gut wie keine selbstorganisierten Gruppen.
Das ist nicht nur schade für die Wenigen, die sich zu der Erkenntnis durchringen, dass geteiltes Leid tatsächlich halbes Leid bedeuten kann, sondern verschlimmert im Ernstfall die jeweilige persönliche Situation zusätzlich und trägt zu höheren Kosten für das Gemeinwesen bei.

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