Erstellt am: 26.12.2010
Letzte Änderung am: 26.12.2010
Seit Jahren reformbedürftig und beständig Pleite: Das System unserer gesetzlichen Krankenkassen. Jahr für Jahr stehen wir vor der Situation, dass die Einnahmen der Krankenkassen nicht ausreichen, um die Ausgaben für die gesundheitliche Versorgung der Versicherten zu decken. Das führt zwangsläufig zu stetigen Beitragssatzerhöhungen, die die Differenzen ausgleichen sollen. Im nächsten Jahr wird die Erhöhung rund 0,6 Prozent betragen.
Neues Jahr und altes Spiel: Ab Januar 2011 erhöht sich erneut der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung. Im nächsten Jahr steigert er sich von bislang 14,9 auf 15,5 Prozent. Dabei wird die Erhöhung von insgesamt 0,6 Prozent gleichmäßig zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgeteilt. Arbeitnehmer zahlen statt 7,9 dann 8,2 Prozent während die Arbeitgeber 7,3 statt bisher 7,0 Prozent zahlen. Weitere Krankenkassenbeitragserhöhungen müssen die Arbeitnehmer jedoch alleine tragen.
Deutschland wird älter und teuerer
Während sich die Gesundheitsausgaben im Jahr 1995 noch auf 186.322 Millionen Euro belaufen haben, stiegen diese im Jahr 2008 auf insgesamt 263.216 Millionen Euro an. Den größten Anteil haben dabei die gesetzlichen Krankenversicherungen mit 151.465 Millionen Euro getragen. Auch bei den privaten Krankenversicherern erhöhten sich jedoch die Kosten von 14.275 Millionen (1995) auf 24.896 Millionen Euro (2008) erheblich.
Ein Grund für die steigenden Gesundheitskosten ist der sogenannte demographische Wandel. Der demographische Wandel bezeichnet den Prozess, der sinkenden Kinderzahl und der gleichzeitig steigenden Lebenserwartung der Bürger. Dadurch reproduziert sich die Bevölkerung nicht mehr vollständig und Deutschland wird immer älter. Damit geht wiederum ein anderer Aspekt einher: Der wachsende Bedarf an medizinischen Leistungen, den ältere Menschen nunmehr haben. So werden aller Wahrscheinlichkeit nach die Gesundheitsausgaben in dem Maße steigen, wie die die Zahl der älteren Menschen wächst.
Wenn die finanziellen Mittel nicht reichen
Die gesetzlichen Krankenkassen, die trotz der Beitragserhöhung von 14,9 auf 15,5 Prozent nicht mit ihren finanziellen Mitteln auskommen, dürfen ab 2011 einen weiteren Zusatzbeitrag in beliebiger Höhe fordern. Die Versicherten der jeweiligen Kasse müssen diesen Beitrag unabhängig von ihrem Einkommen entrichten. Eine Entlastung ist für 2011 zwar nicht möglich, da der vorgesehene Sozialausgleich erst ab 2012 greift, jedoch hat jeder gesetzlich Versicherte bei Erhöhungen ein Sonderkündigungsrecht. So kann er zu einer anderen Krankenkasse wechseln, die keine Zusatzbeiträge erhebt.
Generell erwarten Experten keine weiteren Zusatzbeiträge bei den gesetzlichen Krankenkassen. Bei vielen Kassen steht die Entscheidung über die Beiträge jedoch noch aus. Fünf Krankenkassen haben, entgegen der Erwartungen, bereits für das neue Jahr angekündigt, einen Zusatzbeitrag einzuführen.
Krise abgewandt?!
Für das Jahr 2011 wurde aufgrund der steigenden Gesundheitskosten ein Defizit im Gesundheitsfond von bis zu elf Milliarden Euro angekündigt. Um weiter in dem Maße wie bisher existieren zu können, benötigt das Krankenkassensystem also eine Finanzspritze; für die Arbeitgeber und -nehmer aufkommen werden. Aufgrund der Beitragserhöhung für 2011 werden rund 6,8 Milliarden Euro in den Gesundheitsfond fließen. Ergänzt wird das Finanzierungspaket durch das Arzneimittelspargesetz, welches den Krankenkassen weitere 2,4 Milliarden Euro zusätzlich bringen wird. Diese Einsparungs- und Finanzierungsänderungen können zunächst das vorhergesagte Defizit für 2011 verhindern.
Autor: Kerstin Kirchner
Quelle:
http://www.diabetes-ratgeber.net/Diabetes/Gesundheitsstatistik-Fakten-Zahlen-Kosten-101121.html
http://www.diabetes-ratgeber.net/Diabetes/2011-Was-kostet-die-Gesundheit-100923.html
http://www.yourjournal.de/artikel/1848-ratgeber-beitragserhoehung-der-krankenkassen--kosten-sparen-durch-pkv-wechsel.html
http://www.bpb.de/themen/WZDR7I,0,Gesundheitspolitik_Lernobjekt.html?lt=AAA397&guid=AAA232#AAA477