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Neues Superbakterium

Neues Superbakterium im Anmarsch?!

© Clarissa Schwarz/ pixelio Aktuellen Berichten zu Folge hat die Weltgesundheitsorganisation das Ende der Schweinegrippe-Pandemie verkündet. Endlich Ruhe? Anscheinend nicht, denn kaum war die Nachricht veröffentlicht, folgte die nächste Schreckensmeldung. Britische Wissenschaftler warnen aktuell vor einem neuen Super-bakterium, das vermutlich durch Schönheitsoperationen aus Indien eingeschleppt worden ist und resistent gegen Antibiotika zu sein scheint. Eine neue Gefahr für ein weltweites Gesundheitsproblem!?

Die sogenannte Schweinegrippe, ein Subtyp des H1N1-Virus, kam erstmals im Frühjahr 2009 in Nordamerika zum Vorschein. Die erste Warnung vor einer weltweiten Verbreitung wurde im April und die Warnung auf die höchste Alarmstufe im Juni 2009 herausgegeben. In der letzten Woche hat die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Margaret Chan die Schweinegrippe-Pandemie offiziell als beendet erklärt; womit auch nicht mehr die höchste Alarmstufe sechs gilt.

Das neue Superbakterium, vor dem britische Forscher nun warnen, trägt den Namen NDM-1 (Neu Delhi Metallo-beta-lactamase). Die Experten verkündeten in ihrer veröffentlichten Untersuchung in der Fachzeitschrift Lancet: NDM-1 würde große Gefahr bergen und könnte „zu einem weltweiten Gesundheitsproblem zu werden“.

Antibiotikum wirkungslos

Es wurde festgestellt, dass zumindest eine der von den Forschern untersuchten NDM-1-Infektionen gegen alle bekannten Antibiotika resistent war. Das hängt damit zusammen, dass der Keim im Inneren von verschiedenen Bakterien leben kann. Eines dieser Bakterien ist beispielsweise E.coli (ist ein säurebildendes (Laktose-positiv) Bakterium, das im menschlichen und tierischen Darm vorkommt). Diese Veranlagung macht den Keim gegen eine der wirksamsten Gruppen von Breitband-Antibiotika, die so genannten Carbapeneme, resistent. Diese Antibiotika-Gruppe wird im Normalfall nur eingesetzt, wenn schwer zu heilende Infektionen vorliegen, die durch andere multiresistente Bakterien hervorgerufen wurden. Diese Gruppe ist somit die Notreserve, die nur zum Einsatz kommt, wenn alle anderen Antibiotika versagt hatten.

Dadurch, dass NDM-1 die Fähigkeit hat, sich auf andere Bakterienstämme auszubreiten, befürchten Experten jetzt, dass der Keim sich bevorzugt bei Bakterien einnistet, die schon ihrerseits gegen viele andere Antibiotika resistent sind. Sie warnen quasi davor, dass am Ende solch einer Entwicklung gefährliche Infektionen entstehen können, die aufgrund der doppelten Resistenz sehr schlecht behandelt werden können.

Ursprung liegt in Asien

Das neue Superbakterium haben allem Anschein nach britische Patienten aus Ländern wie Indien oder Paktistan nach England eingeschleppt. Sie hatten sich in den Ländern einer kosmetischen Operation unterzogen.

Indien und Paktistan stehen zurzeit als Reiseziel für Schönheitsoperationen hoch im Kurs, da dort eine günstigere medizinische Behandlung möglich ist als beispielsweise in England oder den USA. Immer mehr Europäer und Amerikaner reisen aus diesem Grund für verschiedene medizinische Eingriffe ins Ausland. Forscher warnen nun aufgrund des Medizintourismus vor einer weiteren Ausbreitung der Bakterie. Die Wissenschaftler fordern außerdem eine genaue Überwachung des Keims sowie neue Medikamente.

Laut BBC wurden jedoch bisher nur rund 50 Fälle identifiziert. Erstmals wurde das Bakterium im Jahr 2009 bei einem schwedischen Patienten entdeckt. Dieser hatte sich zuvor ebenfalls einer Schönheitsoperation in Indien unterzogen. In zwei indischen Bundesstaaten sowie in Bangladesch und Pakistan wurden im Gegensatz zu England bereits  70 weitere Fälle gemeldet. Im Lancet heißt es, der Keim sei bisher in den Niederlanden, den Vereinigten Staaten, Kanada und Australien identifiziert worden. Alle Betroffenenhatten sich vorher in Indien medizinisch behandeln lassen.

Bisher keine akute Gefährdung

Die befürchtete weltweite Infektion soll  durch eine rasche Identifizierung und Isolation der Infizierten gestoppt werden. Standardbestimmungen in Krankenhäusern und Praxen, die vor einer Infektion schützen, können auch hier eine Verbreitung und Ansteckung anderer verhindern. Dazu gehören selbstverständlich die Desinfizierung der Geräte im Krankenhaus und das Händewaschen mit Spezialseife. Aktuell ist noch eine Behandlung der meisten Bakterien, die NDM-1 in sich tragen mittels einer Kombination aus verschiedenen Antibiotika möglich.

Somit lässt sich als bisheriges Fazit ziehen: Vorsicht sei geboten, Angst und Panik sind völlig unnötig.

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