Erstellt am: 22.01.2010
Letzte Änderung am: 22.01.2010
Was viele bereits geahnt haben, wird nun Realität: Wie bereits berichtet, forderte der neue Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler nach Amtsantritt einen Systemwechsel mit „mehr Freiheit und Wettbewerb“ für die Krankenkassen im deutschen Gesundheitswesen. Als Folge der ersten Neuerungen beabsichtigen nun rund 30 Krankenkassen Zusatzbeiträge von ihren Versicherten einzufordern. Die erste Anträge liegen nun vor. Als erste Kasse erhebt die DAK zum 1. Februar 2010 einen Zusatzbeitrag.
Überraschend kommen die ersten Erhöhungen nicht für die Bürger, da Experten bereits Ende letzten Jahres wegen der Wirtschaftskrise eine schlechte Prognose für das Jahr 2010 vorausgesagt hatten. Laut „Berliner Zeitung“ wurde insgesamt ein Defizit von rund 7,5 Milliarden Euro vorausgesagt. Als erste Maßnahme hat der Bund zugesagt, gut die Hälfte davon mit Steuermitteln auszugleichen. Trotzdem verbleibt noch ein Defizit von rein rechnerisch sechs Euro, das jeder Bürger unabhängig von seinem Einkommen als Zusatzbetrag zahlen muss. Ab acht Euro greift dann eine Einkommensprüfung.
Und auch der Spitzenverband der Krankenkassen erwartete bereits Endes 2009 für einen Großteil der Versicherten Zusatzbeiträge im Jahr 2010. Die Vorsitzende des Spitzenverbandes der Krankenkassen, Doris Pfeiffer äußerte bereits, dass trotz der vom Bund zugesagten Steuerzuschüsse in Milliardenhöhe die finanzielle Lage der gesetzlichen Kassen kritisch sei. Unter anderem warf sie der neuen schwarz-gelben Bundesregierung und dem neuen Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) vor, dass sie falsche Prioritäten setzen würden. Es sei zwar richtig Änderungen für das Beitragssystem einzuleiten, jedoch nicht allein auf Kosten der Bürger, die immer öfter zur Kasse gebeten würden. Die Prioritäten müssten eher darin liegen den Ausgabenanstieg zu bremsen.
Krisensitzung mit der Quintessenz: Beitragserhöhung
So ist also jetzt geschehen was vor wenigen Wochen vorausgesagt wurde. Der erste Ersatzkassenverband hat mit einer Krisensitzung begonnen. Die Bilanz ist, dass die DAK Zusatzbeiträge erheben muss. Gesetzliche Krankenkassen können dies tun, wenn sie mit dem Geld aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen. Betroffen sind aktuell rund 4,6 Millionen DAK-Versicherte. Es wir jedoch in Kassenkreisen damit gerechnet, dass ab diesem Zeitpunkt noch weitere Kassen folgen werden. Informationen zufolge liegen beim Bundesversicherungsamt bereits vier weitere Anträge von Kassen vor.
Der Zusatzbeitrag ist auf ein Prozent des beitragspflichtigen Einkommens begrenzt. Bei einer höheren Summe als acht Euro muss nach den Einkommensverhältnissen differenziert werden. Der Höchstsatz wäre etwa 37 Euro.
Autor: Kerstin Kirchner
Quelle:
http://www.pressemitteilungen-online.de/index.php/krankenkassen-zusatzbeitrag-dak-erhebt-als-erste-kasse-ab-2010-zusatzkosten/
http://www.welt.de/finanzen/article5250911/Diese-Kassen-verzichten-2010-auf-Zusatzbeitraege.html
http://www.focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/krankenkasse-versicherten-drohen-zusatzbeitraege_aid_459705.html