31.08.2010
Zum neuen Schuljahr hat die Arbeitsgemeinschaft für Pädiatrische Diabetologie e.V. (AGPD) zusammen mit dem Verband diabetesDE eine überarbeitete Neuauflage ihrer Broschüre für Lehrerinnen und Lehrer herausgegeben. Die Publikation bietet Schulpädagogen eine Hilfestellung für den Umgang mit diabeteskranken Kindern beim Sportunterricht, Ausflügen oder Klassenreisen. Ferner informiert das Heft über die Erkrankung Diabetes mellitus, ihre Behandlung und klärt über das richtige Hilfsverhalten im Notfall auf, beispielsweise im Falle einer Unterzuckerung eines diabeteskranken Schülers.
Grund für die Neuauflage der Broschüre ist die fortwährende Unsicherheit der Lehrer bezüglich Typ-1-Diabetes. Häufig ist den Pädagogen unklar, ob erkrankte Schüler den Lernstoff genauso gut wie ihre gesunden Klassenkameraden aufnehmen können. Diese Sorge ist jedoch unbegründet: „Kinder mit Diabetes Typ 1 sind in der Schule genauso leistungsfähig wie gesunde. Es gibt keine Hinweise, dass Kinder mit Diabetes eingeschränkte intellektuelle Fähigkeiten durch ihre Stoffwechselerkrankung haben“, erläutert Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsmitglied von diabetesDE und Chefarzt des Kinderkrankenhauses auf der Bult in Hannover. Zum anderen sind Lehrer wegen mangelnden Wissens über die Stoffwechselkrankheit verunsichert, ob und in welchem Maße sie die Verantwortung für einen diabeteskranken Schüler übernehmen können und dürfen. Das betrifft insbesondere außerschulische Veranstaltungen. Doch auch an diesen Aktivitäten können Kinder mit Diabetes grundsätzlich teilnehmen. „Denn es gibt es auch hierbei keine Veranlassung, ihnen eine Sonderrolle in der Schule zuzuschreiben und sie davon auszuschließen“, betont Kinderarzt Thomas Danne.