24.08.2010
Gallensteine sind bei Typ-2-Diabetes besonders häufig. Häufig hängt das Leiden mit Übergewicht zusammen. Zudem kann ein diabetesbedingter Nervenschaden die Bewegungen der Gallenblase verlangsamen. Dann wird der Gallensaft nicht ausreichend durchmischt. Es gibt auch Hinweise darauf, dass der Gallensaft bei Typ-2-Diabetikern weniger Gallensäuren und mehr Cholesterin enthält. Wenn das Mischungsverhältnis nicht stimmt, wird die Gallenblase rasch zur „Steingrube“.
Bei einem Viertel der Betroffenen machen sich die Steine irgendwann in Form von Koliken bemerkbar. Denn: Nach jeder Mahlzeit zieht sich die Gallenblase zusammen und gibt Saft in den Dünndarm ab, der wiederum für die Fettverdauung mitverantwortlich ist. Gerät dabei ein Steinchen in den Gallengang, kann es stecken bleiben und zu schmerzhaften Koliken führen. Diese entstehen, wenn der Gallengang versucht, das Hindernis auszutreiben. „Typisch sind krampfartige Schmerzen im Oberbauch, die in den Rücken und das rechte Schulterblatt ausstrahlen können, oft begleitet von Übelkeit und Erbrechen“, sagt Elisabeth Braun, Magen-Darm-Spezialistin und Diabetologin am Berliner St. Joseph Krankenhaus. Neben Koliken kann eine Stein-Gallenblase weitere Komplikationen nach sich ziehen. Dazu zählen Entzündungen der Gallenblase oder des Gallengangs, aber auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung. Sie kann sich entwickeln, wenn ein Stein die gemeinsame Mündung von Gallen- und Bauchspeicheldrüsengang in den Darm verstopft. Außerdem erkranken bis zu zwei von hundert Steinträgern irgendwann an Gallenblasenkrebs.
Quelle:
PM von http://www.diabetes-ratgeber.net