18.08.2010
Ein Forscherteam um Chiara Cirelli von der University of Wisconsin Madison kommt zum Schluss, dass vier Stunden Schlaf pro Tag über eine ganze Woche im Gehirn die gleichen Auswirkungen hat wie ein totaler Schlafentzug. Im Wissenschaftsmagazin PNAS warnt die Psychiaterin davor, dass Schlafmangel für die menschliche Gesundheit deutlich dramatischere Folgen hat als bisher angenommen. Die Studienergebnisse richten sich als Warnsignal an Menschen, die beispielsweise berufsbedingt oder durch aktives soziales Leben täglich nur wenig Zeit zum Schlafen haben. Die negativen Folgen reichen von kognitiven Störungen bis hin zu erhöhter Insulinresistenz und machen sich bereits nach wenigen Tagen bemerkbar. Auf unregelmäßige Schlafzeiten ist beispielsweise das Schichtarbeitersyndrom zurückzuführen, welches Herzinfarkte und Krebserkrankungen, die mit dem Hormonhaushalt zu tun haben wie etwa Brust- oder Prostatakrebs, verursachen kann. Bisher gilt als bewiesen, dass 17 Stunden Wachzeit am Stück beim Menschen die gleiche Reaktion hervorrufen, wie bei 0,5 Promille Alkohol im Blut. Nach 24 Stunden gleicht die Wirkung sogar einer Promille. Für die Untersuchung unter der Leitung Chiara Cirellis wurden sowohl Freiwillige als auch Laborratten, die ähnliche Reaktionen auf Schlafentzug haben wie Menschen, herangezogen. Ferner konnte belegt werden, dass längerer Schlaf am Wochenende das während der Woche entstandene Schlafdefizit nicht ausgleichen kann.
Quelle:
PM von http://www.pressetext.de