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Diabetes und Schule

Diabetes in der Schule: wenig Unterstützung

©j.sawluk/pixelio Laut einer Studie aus dem Jahr 2007 hapert es bei diabetischen Kindern in der Schule mit der Betreuung. Neun von zehn Kindern werden gar nicht unterstützt und nur vier von zehn haben Probleme mit der Einhaltung ihrer Blutzuckerwerte.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2007 hapert es bei diabetischen Kindern in der Schule mit der Betreuung. Neun von zehn Kindern werden gar nicht unterstützt und nur vier von zehn haben Probleme mit der Einhaltung ihrer Blutzuckerwerte.

Diese ernüchternden Ergebnisse gehen aus der in neun Ländern durchgeführten DAWN Youth Web Talk Studie hervor.Mehr als 6.500 Menschen weltweit beantworteten die Fragen zur schulischen Situation im Zusammenhang mit dem Diabetes im Internet. Im Jahr 2009 sollen die Ergebnisse dieser Studie mit Hilfe nationaler Diabetesorganisationen erweitert und vertieft werden.

Studie sagt: Schule und Diabetes sind problematisch

Schon jetzt geht aus der Studie hervor, dass Kinder mit einem Diabetes mellitus es in der Schule schwerer haben als ihre gesunden Altersgenossen. Sie werden in der Schule meist nicht speziell betreut. Psychologische und soziale Unterstützung, die die Belastungen durch die Erkrankung lindern könnten, sind für Schulkinder weltweit eher die Ausnahme als die Regel. Auch Techniken und Schulungen zum Thema Diabetes werden in der Schule nach Angaben der 6.500 Teilnehmer kaum vermittelt. Weltweit leben rund 440.000 Kinder zwischen null und vierzehn Jahren mit einem Diabetes mellitus. Jährlich kommen im Schnitt etwa 70.000 neue Diagnosen hinzu. Meist handelt es sich dabei um einen Diabetes mellitus vom Typ 1, dem eine unheilbare Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen vorausgeht. Je nachdem wie das Gesundheitssystem im Heimatland des jeweiligen Kindes aufgebaut ist, können die Folgen der unheilbaren Erkrankung katastrophal sein: Während sich die Lebenserwartung eines diabetischen Kindes in Deutschland kaum verringert, stirbt ein Kind in Mali bereits 30 Monate nach der Diagnose, weil meist kein Insulin gekauft werden kann.

Psychosoziale Folgen des Diabetes auch in Deutschland

In Deutschland werden Kinder in der Regel frühzeitig und erfolgreich therapiert. Doch ein Dreijähriger mit Diabetes kann nicht verstehen, warum er jeden Tag mehrmals gespritzt wird. Die Lasten der Therapie müssen sich dann die Eltern teilen, bis das Kind sie selbst übernehmen kann. Da Kinder in Deutschland bereits im Alter von sechs bis sieben Jahren eingeschult werden, spielt der Schulalltag auch eine wichtige Rolle in der Diabetestherapie. Doch gerade hier liegt der Umgang mit der Diabetes-Erkrankung liegt ja laut den Teilnehmern der DAWN Youth Studie offenbar im Argen. Auf dem Landesbildungsserver von Baden-Württemberg erfahren Lehrer beispielsweise, dass die Schüler selbst in der Lage sein müssen ihren Blutzucker zu messen. Schüler der Klassen 1 und 2, die den Zahlenraum bis 100 jedoch noch nicht kennen, sind dazu nicht unbedingt  in der Lage. Deshalb sollten den Kindern die Lehrer bei der Blutzuckermessung behilflich sein, indem sie den Wert vom Gerät ablesen und „daraus die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen“. Welche Konsequenzen dass nach sich zieht, müssen sich die Lehrer offenbar nach Feierabend selbst beibringen. Darüber hinaus nimmt der Bildungsserver auch die Eltern in die Pflicht: „Es muss zwischen Erziehungsberechtigten und Schule klar sein, dass eine Beschulung an der Regelschule voraussetzt, dass der Schüler im häuslichen Umfeld die erforderliche Unterstützung und Betreuung erhält. Kommt der Schüler regelmäßig bereits über- oder unterzuckert in die Schule, sind die Lehrkräfte überfordert.“ Ein gutes Gefühl bezüglich der Betreuung von diabetischen Kindern in der Schule mag sich dabei nicht einstellen.

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