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Ernährung für Kleinkinder

Ernährung: Zu viel Wurst und zu wenig Gemüse für Kleinkinder

In einer Studie des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) in Dortmund werteten Wissenschaftler die Ernährungsgewohnheiten von fast 600 Kindern im Alter von zehn Monaten bis zum dritten Geburtstag aus. Das Ergebnis: Kleinkinder essen zu viel Wurst und zu wenig Gemüse.Die Aufnahme von Milchprodukten und Obst lag derweil im empfohlenen Bereich.

Dem Kind von klein auf eine gesunde und ausgewogene Ernährungsweise vorzuleben und anzutrainieren ist sehr wichtig, da hier der Grundstein für das spätere Essverhalten gelegt wird. Vor allem im Kindergartenalter sind die Eltern noch das größte Vorbild für die Kinder. Essen also Mutter und Vater gesund, so werden es die Kleinen nachahmen. Studien konnten belegen, dass vor allem im Kleinkindalter Essgewohnheiten geprägt und etwa bis zum 10. Lebensjahr gefestigt werden. Im fortgeschrittenen Alter wird das Verhalten zwar durch das jeweilige Umfeld beeinflusst und angepasst, jedoch lassen sich falsche Gewohnheiten nur noch schwer ablegen.

GRETA

Im Rahmen der German Representative Study of Toddler Alimentation Studie (GRETA) des FKE hatten die Studienteilnehmer (in diesem Fall die Eltern) eine Woche lang aufgezeichnet, was ihre Kinder aßen und tranken. Diese Daten wurden anschließend mit einem am FKE entwickelten Präventionskonzept, welches bestimmte Richtwerte für die Ernährung von Kindern zur Grundlage hat, verglichen. Fazit der Studie ist, dass bereits in der Kinderernährung schlechte Ernährungsgewohnheiten Einzug gehalten haben. Die Auswertungen ergaben, dass die Kinder insgesamt zu wenig pflanzliche Lebensmittel zu sich nahmen, dagegen aber der Verzehr von Fleisch und Wurstwaren 50 Prozent über dem empfohlenen Wert lagen. Während die Kinder nur 70 Prozent der empfohlenen Menge von Gemüse und nur 60 Prozent des Bedarfs an Brot zu sich nahmen, lag die Verzehrmenge von Eiern 20 Prozent über den Empfehlungen und bei Süßigkeiten 60 Prozent über der ratsamen Menge von 25 bis 30 Gramm pro Tag.
Da eine schlechte Ernährung im Kindesalter, mit wenig pflanzlichen und zu vielen tierischen Nahrungsmitteln, langfristig jedoch Krankheiten wie Adipositas und Diabetes mellitus begünstigt, empfiehlt diabetesDE Eltern, von Anfang an auf eine ausgewogene Ernährung ihrer Kinder mit vielen pflanzlichen und wenigen tierischen Nahrungsmitteln zu achten.

Die richtige Kinderernährung

Kinder sind mitten im Wachstumsprozess und benötigen daher insbesondere einen gesunden und ausgewogenen Ernährungsmix, um groß und leistungsstark zu werden. Im Zeitalter von Fertiggerichten und einer immensen Auswahl an Süßigkeiten ist es jedoch gar nicht so leicht, immer das richtige Essen auszuwählen. Gerade die Werbung mit ihrem Überangebot an Kindermüsli zum Frühstück oder Kinderjoghurt für zwischendurch lässt die Verbraucher oft fälschlicherweise glauben, sie würden ihren Sprössling kindgerecht und gesund ernähren. So einfach ist es jedoch nicht, denn in vielen Frühstücksflocken ist zu viel Zucker, in den vermeintlich gesunden Fertiggerichten aus Fleisch und Gemüse viel zu viel Salz, in den Tiefkühlgerichten und in den Kindersüßigkeiten zu viel Fett enthalten.

 Eine gesunde, vollwertige Ernährung bei Kindern bedeutet, dass man Extreme vermeidet. Es sollte weder jeden Tag mit Zucker überzogene Cornflakes geben, noch sollten generell alle Leckerein oder fettigen Produkte vom Speiseplan gestrichen werden.
Wichtig ist beispielsweise ein gesundes Frühstück für einen guten Start in den Tag. Im besten Fall sollte hier gesundes Früchtemüsli mit frischem Obst den industriellen Schokoflocken vorgezogen werden, aber generell gilt: Alles sollte erlaubt sein, denn mit rigorosen Verboten erreicht man meist das Gegenteil. Fällt die Wahl des Kindes auf ein belegtes Brot sollte dieses am besten dünn belegt mit wenig Butter, saftig und vollkörnig sein und mit etwas Rohkost oder Obst zum Knabbern angeboten werden. Ab und zu, beispielsweise am Wochenende, sollte auch ein Brot mit Schokoaufstrich erlaubt sein. Es sollte jedoch nicht zur Regel werden und etwas Besondes bleiben.

Auch für ein gesundes Mittag- oder Abendessen gilt: Es sollte überwiegend mit frischen Lebensmitteln, mit wenig Salz und nicht mit vorgefertigten oder industriell verarbeiteten Gemüse oder Fleischsorten zubereitet werden. Für eine ausgewogene Ernährung sollten die tierischen Produkte wie Fleisch, Fisch und Eier mäßig angeboten und dabei abwechselnd ausgewählt werden.
Gegen Snacks für Zwischendurch gibt es auch keine Einwände so lange sich Obst- und Schokoladensnacks die Waage halten.

Lebensmittelpyramide für Kinder

Für eine ausgewogene Ernährung hat das FKE eine Lebensmittelpyramide für Kinder aufgestellt. Das Institut empfiehlt: Reichlich pflanzliche Lebensmittel wie Obst und Gemüse und ungesüßte Getränke zu verzehren, mäßig tierische Produkte anzubieten (Fleisch, Fisch, Milch etc.) und sparsam mit süßen und fettreichen Lebensmitteln zu sein.

Dr. Ute Alexy vom Forschungsinstitut für Kinderernährung erläutert in der Berliner Zeitung: "Kinder brauchen fünf bis sechs Mahlzeiten am Tag. Drei sollten ausgewogene Hauptmahlzeiten sein, als Zwischensnacks vor- und nachmittags eignen sich Obst, Gemüse, Joghurt oder auch mal ein Rosinenbrötchen. In keinem Fall sollten Kinder über den ganzen Tag verteilt ständig essen. Sie nehmen dann nicht nur viel mehr Kalorien auf als sie verbrauchen. Das dauernde Essen schädigt auch die Zähne."

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