Erstellt am: 12.05.2004
Letzte Änderung am: 24.05.2004
Einerseits verspricht die Pumpentherapie verbesserte Blutzuckerwerte, weniger starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels und damit mehr Lebensqualität und Gesundheit. Andererseits sollte der Schritt zur Pumpe gut geplant sein und setzt eine aktive Auseinandersetzung mit dem Gerät voraus. Vor allem Senioren scheuen häufig den Umgang mit der modernen Technik, und Eltern sind beunruhigt, ob eine Insulinpumpe die richtige Entscheidung für ihr Kind ist.
Wer fürchtet, er werde mit der Insulinpumpe quasi von heute auf morgen allein gelassen, braucht sich aber keine Sorgen zu machen: Am Anfang jeder ‚Pumpenkarriere' steht für den Diabetiker eine umfassende Schulung durch Experten, in deren Rahmen die richtige Handhabung und der Umgang mit dem elektronischen Gerät erklärt und eingeübt werden. Ein gutes Schulungszentrum ist sehr wichtig, da viele Hausärzte und Diabetologen mehr auf die konventionelle Insulinspritz-Therapie eingestellt sind.
Im Vordergrund einer solchen Pumpenschulung, die häufig als stationärer Aufenthalt in einem sogenannten Pumpenzentrum statt findet (seltener ambulant), steht zunächst die optimale Blutzuckereinstellung des Diabetikers und die Gewöhnung an die neue Therapieform. Die Länge der Einstellungsdauer variiert von Patient zu Patient.
Der Unterschied
Insulinpumpenträger spritzen sich nicht mehrmals am Tag Insulin, denn die Insulinabgabe erfolgt kontinuierlich über einen Katheter, der Tag und Nacht in der Haut getragen wird - meistens am Bauch.
Natürlich muss man sich erst einmal an die ungewohnte Pumpe gewöhnen. Viele empfinden sie zunächst als merkwürdigen Fremdkörper, bis der richtige Tragekomfort erreicht ist. ‚Probetragen' ist also Pflicht, damit man in jeder Situation weiß, wie man reagieren muss. Dazu gehört auch, dass man die elektronischen Signale der Insulinpumpe richtig deuten kann; sie macht sich zum Beispiel durch Piepsen oder Vibrationsalarm bemerkbar, wenn der Katheter verstopft ist.
Inhalte der Pumpen-Schulung
Eine Insulinpumpe kann nicht eigenständig den Blutzuckerspiegel messen und auch nicht auf Schwankungen reagieren, sie gibt Insulin gemäß ihrer Einstellung an den Träger ab. Daher können Diabetiker zu den Mahlzeiten per Knopfdruck zusätzliches Insulin, den so genannten Bolus, abgeben. Auf dem Übungsplan einer typischen Schulung stehen neben der richtigen Bolusabgabe unter anderem noch folgende Punkte:
Im Rahmen vieler Schulungsprogramme sind die Angehörigen des Patienten direkt integriert, damit auch für sie die Pumpe kein Rätsel bleibt.
Eine Insulinpumpentherapie wird normalerweise nur Typ-1-Diabetikern empfohlen, die ‚gut eingestellt' sind und die die intensivierte Therapie routiniert beherrschen. Die Umstellung auf die Pumpe stellt für "erfahrene" Diabetiker also keine große Hürde dar. Aber auch Kindern und Jugendlichen wird heute immer öfter zur Pumpe geraten, weil sich damit möglichen Folgeerkrankungen gut vorbeugen lässt.
Übrigens: Die meisten Leute, die nach der konventionellen Therapie zur Pumpentherapie "wechseln", wollen ihre Insulinpumpe nicht mehr missen - ihr Alltag ist damit einfach flexibler und unkomplizierter geworden.