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Inkretine

Eine Verstärkung der Inkretinhormone senkt den Blutzuckerspiegel

Wenn der Blutzuckerkreislauf aus der Balance geraten ist, braucht der menschliche Körper eine Nahrungsumstellung, mehr Bewegung – und in den meisten Fällen auch Medikamente. Eine Option bieten moderne Antidiabetika, die unterstützend auf die natürliche Funktionsweise der Blutzuckerregulation wirken und dabei äußerst effizient und nebenwirkungsarm sind.

Dank einer Hemmung des Enzyms DDP-4 (Dipeptidyl-Peptidase-4) wird die Wirkung einer kleinen, aber wichtigen Gruppe von Darmhormonen, den Inkretinen, verstärkt und auf diesem Weg das körpereigene Insulin besser genutzt.

Insulin ist das Hormon, das den Transport des lebenswichtigen Energiespenders Glukose in die verschiedenen Bereiche des Körpers ermöglicht. Ohne Insulin könnte die Glukose von den Organen nicht verwertet werden, sie würde dann im Blutkreislauf
verbleiben. Folge wäre eine Überzuckerung (Hyperglykämie). Dass Darmhormone, die sogenannten Inkretine, nach dem Essen die Insulinproduktion steigern, war schon länger bekannt. Doch erst in den 1980er-Jahren konnten diese Inkretine genauer beschrieben werden. Man erkannte auch, dass sowohl beim gesunden Menschen als auch beim Diabetiker die Inkretine innerhalb weniger Minuten von einem Enzym mit dem Namen Dipeptidyl-Peptidase-4 (DPP-4) wieder abgebaut werden und deshalb nur sehr kurz wirken können.

Verlängerung der Inkretinwirkung durch Hemmung des Enzyms DPP-4

Beim gesunden Menschen genügt die kurze Wirkzeit der Inkretine, um den Insulinbefehl an die Bauchspeicheldrüse weiterzugeben. Nicht so beim Typ-2-Diabetiker: Ihm stehen weniger aktive Inkretine zur Verfügung. Hier setzt das Therapieprinzip der Inkretinverstärkung an. Der Wirkstoff des Medikaments hemmt den Abbau der Inkretine, indem er das DDP-4-Enzym blockiert. Positive Wirkung dieser Hemmung ist, dass die vorhandenen Inkretine länger auf die Bauchspeicheldrüse einwirken können und es so zu einer stärkeren Insulinausschüttung kommt. DPP-4-Hemmung unterstützt eine natürliche Regulation des Blutzuckerspiegels
Für Typ-2-Diabetiker, die auf ihre Ernährung achten, sich ausreichend bewegen, aber trotzdem bereits Tabletten gegen ihren Diabetes einnehmen und es auf Dauer nicht schaffen, ihren Blutzucker ausreichend zu senken, steht mit der Inkretinverstärkung eine therapeutische Option zur Verfügung. Durch sie wird die physiologische Wirkung der Inkretine unterstützt. Ein Vorteil der medikamentösen DPP-4 Hemmung liegt in der natürlichen Anpassung des Insulinspiegels an den tatsächlich im Körper vorhandenen Blutzuckerspiegel. Selbst bei hohem Inkretinspiegel wird nicht zuviel Zucker abgebaut, wodurch das Risiko einer Unterzuckerung (Hypoklykämie) in klinischen Studien ähnlich wie unter einem Scheinmedikament war. Zudem ist die Anwendung in Tablettenform unkompliziert, unabhängig von der Nahrungsaufnahme und führte in Studien nicht zu
einer Gewichtszunahme, die bei vielen anderen medikamentösen Behandlungsoptionen des Typ-2-Diabetes zu beobachten ist.

Gute Verträglichkeit

Die Inkretinverstärkung erweitert die Therapieoptionen bei Diabetes Typ-2. Klinische Studien haben die Wirksamkeit hinsichtlich einer Senkung der Blutzuckerwerte sowie die
gute Verträglichkeit belegt. Der Inkretinverstärker Sitagliptin wurde im Oktober 2006 in den USA zugelassen. Seit April 2007 ist er auch in Deutschland erhältlich.

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Quelle:

Pressemitteilung der MSD SHARP & DOHME GMBH

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Deutsche Diabetes-Stiftung

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