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Aspirin bei Arteriosklerose

Streitpunkt: Aspirin weiterhin zur Vorbeugung bei Arteriosklerose?

Wer einen Herzinfarkt überlebt hat, wird hinterher oft mit Aspirin therapiert. Auch Risiko- Patienten wurde lange Zeit empfohlen, 100 mg Aspirin pro Tag einzunehmen, um einen Infarkt abzuwenden. Diese Art der Vorbeugung gilt nun als umstritten.

Bei der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Herzheilkunde (ESC) wurde eine groß angelegte Studie vorgestellt, die den Nutzen von Aspirin zur Vorbeugung von Herzinfarkten in Frage stellt. An der Studie hatten fast 3.350 Männer und Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren teilgenommen. Bei allen Teilnehmern war zuvor die Krankheit Arteriosklerose festgestellt worden.

Was ist Arteriosklerose?
Bei einer Arteriosklerose kommt es zu einer Verengung und Verhärtung der Sauerstoff transportierenden Schlagadern (Arterien). Nach und nach lagert sich in den Gefäßwänden der Arterien immer mehr Fett ein. Dadurch werden sie nicht nur immer schmaler, sondern auch steifer, so dass das Blut nicht mehr richtig hindurchfließen kann. Je enger die Arterien werden, desto größer wird die Gefahr, dass sich etwas von dem verhärteten Fett an den Gefäßwänden ablöst und die Adern verstopft. Durch diese Verstopfung kann es zu einem Versorgungsengpass des Herzens kommen und ein Infarkt ausgelöst werden. Weniger lebensgefährlich, aber sehr unangenehm sind Durchblutungsstörungen in den Beinen, Augen und in der Leistengegend. Sie machen sich als Brennen, Sehschwierigkeiten und Impotenz bemerkbar. Zu den Ursachen einer Arteriosklerose zählen Diabetes mellitus, genetische Veranlagung, falsche Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen und nicht zuletzt das fortgeschrittene Alter. Wenn einige Faktoren für Arteriosklerose wie beispielsweise Rauchen, Diabetes und Übergewicht zusammenkommen, steigt das Gesamtrisiko an. 

Wie kann Aspirin gegen Arteriosklerose helfen?
Aspirin ist eigentlich nur der Markenname für ein Medikament der Firma Bayer. Der wichtigste Wirkstoff des Präparates heißt Acetylsalicylsäure und wird mit ASS abgekürzt. ASS stillt Schmerzen, hemmt Entzündungen und senkt Fieber. Außerdem soll ASS das Verkleben von Blutplättchen und Plaques in den Arterien verhindern. Dafür verkauft Bayer eine niedrig dosierte Aspirin-Variante namens Aspirin Cardio®. Die 100mg-Tablette wird täglich zur Vorbeugung von Menschen mit mehreren Risikofaktoren für Arteriosklerose eingenommen. Anscheinend ist das Medikament jedoch nicht annähernd so effektiv wie bislang angenommen.

Studienergebnisse enttäuschen
In der "Aspirin für Asymptomatische Arteriosklerose"-Studie wurden die 3.350 Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt: Die eine Gruppe erhielt über 8 Jahre hinweg ein wirkungsloses Medikament (Placebo), die andere Gruppe erhielt jeden Tag 100 mg Aspirin. Während dieser 8 Jahre wurden alle gesundheitlichen Ereignisse wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte dokumentiert. Auch wenn eine Operation zur Öffnung und Wiederherstellung eines Gefäßes notwendig war, wurde das in der Studie protokolliert. Nach Abschluss der Studie zeigte sich jedoch, dass in der Aspirin-Gruppe 181 Teilnehmer Schlaganfälle, Herzinfarkte oder eine Gefäßwiederherstellung erlitten hatten. In der Placebo-Gruppe waren es dagegen nur 176 Probanden. Die Studie war zwar nicht speziell für Menschen mit einem Diabetes mellitus angelegt worden, allerdings hatten viele Diabetiker teilgenommen. Da der Typ-2-Diabetes zu den wichtigen Risikofaktoren für Arteriosklerose gehört, ist das nicht weiter erstaunlich. Im Fazit der Studie weisen die Forscher auf den geringen Effekt von ASS beziehungsweise Aspirin bei der Vorbeugung von Herz- und Gefäßerkrankungen hin. Das Risiko einer schweren Erkrankung lässt sich also nicht mit einer kleinen Tablette pro Tag reduzieren. Lediglich die Anstrengung einer Lebensumstellung hin zu mehr Bewegung und gesünderer Ernährung kann die unangenehmen Folgen der Arteriosklerose aufhalten.

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