Erstellt am: 19.12.2006
Letzte Änderung am: 19.12.2006
Stents sind feine Metallröhrchen, die zur Behandlung der koronaren Herzkrankheit eingesetzt werden. Mit Hilfe eines Ballonkatheters wird die Verengung in den Herzkranzgefäßen aufgedehnt und der Stent so platziert, dass ein erneuter Verschluss möglichst verhindert wird. Bei der Behandlung mit herkömmlichen Metallstents kommt es in bis zu 30 Prozent der Fälle zu einer erneuten Verengung des Gefäßes. Deshalb arbeitet man seit 2002 auch mit beschichteten Stents, auf denen sich ein Wirkstoff befindet, der gezielt freigesetzt wird, um einer erneuten Verengung der Herzkranzgefäße vorzubeugen und somit Folgeeingriffe zu verhindern.
Beunruhigung durch Sicherheitsfragen
Auf dem jährlichen Treffen der European Society of Cardiology (ESC) in Barcelona wurde nun von einigen Beteiligten die Sicherheit Medikamenten-beschichteter Stents in Frage gestellt. Diese Diskussion versetzt betroffene Patienten selbstverständlich in Unruhe. Vor allem zwei Sicherheitsmängel werden den Stents unterstellt: Zum einen soll ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Thrombosen bestehen. Zum anderen wird diskutiert, ob die Gefahr besteht, an einer Krankheit zu sterben, die nicht das Herz betrifft.
Kritische Hinterfragung beim Sirolimus-Stent klärt auf
Vor diesem Hintergrund hat Cordis, der Hersteller des mit dem Wirkstoff Sirolimus beschichteten Stents, die auf dem ESC vorgestellten sowie die eigenen Daten aus zahlreichen wissenschaftlichen Studien noch einmal kritisch hinterfragt, um für ausreichend Aufklärung zu sorgen. Die Analysen haben gezeigt, dass das Risiko für eine Thrombose oder einen Todesfall durch eine nicht-kardiale Erkrankung bei den Sirolimus-beschichteten Stents nicht höher ist als bei herkömmlichen Stents.
Die Studien zeigen, dass keine erhöhte Rate an Herzinfarkten besteht, die als Folge von Thrombosen auftreten. Vielmehr treten Herzinfarkte nach der Behandlung mit Sirolimus-beschichteten Stents etwa genauso selten auf wie nach einer Behandlung mit einem unbeschichteten Metallstent. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Patienten die vorbeugenden Mittel gegen Blutgerinnsel und zur Blutverdünnung wie ASS und Clopidogrel wie vom Arzt verordnet regelmäßig einnehmen.
Der zweite Vorwurf hinsichtlich einer erhöhten Rate an nicht-kardialen Todesfällen konnte ebenfalls durch die Überprüfung der Studienergebnisse entkräftet werden. Der Sirolimus-beschichtete Stent hat keinen Einfluss auf nicht-kardiale Erkrankungen und kann dementsprechend auch nicht mit entsprechenden Todesfällen in Verbindung gebracht werden. Zudem liegen mittlerweile Langzeit-Auswertungen für den Sirolimus-Stent vor, die zeigen, dass vier Jahre nach der Implantation keine erhöhte Rate an nicht-kardialen Todesfällen besteht.
Autor: Carolin Bunge
Quelle:
www.aerztlichepraxis.de
www.abendblatt.de
www.cordis.de