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Interview

Koronare Herzerkrankungen und Diabetes mellitus

Koronare Herzerkrankungen und Diabetes Im Gespräch erläutert Prof. Dr. Georg Sabin, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie des Krankenhauses Essen, die Zusammenhänge und Risiken zwischen koronaren Herzerkrankungen und Diabetes mellitus.

„Prof. Dr. Sabin, was hat die Kardiologie mit Diabetes zu tun?“

Prof. Dr. Sabin: „Im Laufe der Zeit können die in Verbindung mit Diabetes auftretenden erhöhten Blutzuckerwerte eine Vielzahl an Gesundheitsproblemen verursachen, darunter die Schädigung der Blutgefäße. Durch eine Schädigung der Herzkranzgefäße wird das Risiko einer koronaren Herzerkrankung erhöht. Zirka 25 Prozent der Patienten, bei denen Diabetes mellitus Typ 2 diagnostiziert wurde, leiden an einer koronaren Herzerkrankung, oft ohne dies zu wissen. Durch Diabetes mellitus wird das Risiko einer koronaren Herzerkrankung um das Vier- bis Sechsfache erhöht.“

„Was sind die Symptome und welches die Hauptrisikofaktoren einer koronaren Herzerkrankung?“

Prof. Dr. Sabin: „Zu den Symptomen einer koronaren Herzerkrankung gehören Schmerzen im Brustkorb, Schmerzausstrahlung in den Arm, Kiefer oder Rücken, Müdig- oder Kurzatmigkeit, Übelkeit oder Sodbrennen, übermäßiges Schwitzen, Herklopfen oder unregelmäßige Herzschläge.
Obwohl die genaue Ursache der koronaren Herzerkrankung nicht bekannt ist, lassen sich verschiedene Risikofaktoren identifizieren, Diabetes ist einer der wichtigsten davon. Weitere Faktoren sind Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress.“

„Wie können wir die koronare Herzerkrankung behandeln?“

Prof. Dr. Sabin: „Neben einer medikamentösen Therapie führt man seit Ende der 70er Jahre eine so genannte Ballon-Angioplastie durch. Bei diesem Verfahren wird ein verengtes oder verstopftes Blutgefäß mit einem Ballonkatheter geweitet. Allerdings wurde beobachtet und statistisch belegt, dass es in bis zu 50 Prozent aller Fälle zu einer erneuten Verengung an der aufgedehnten Stelle kam.“

„Gibt es alternative Therapien?“

Prof. Dr. Sabin: „Um das Risiko einer erneuten Verengung zu senken, kann der Arzt das Einsetzen einer Gefäßstütze, auch Stent genannt, empfehlen. Bei diesem Verfahren wird ein feines, dehnbares, röhrenförmiges Metallgeflecht in die erkrankte Stelle des Gefäßes eingesetzt. Der Stent dient dazu, das Gefäß an der betroffenen Stelle, die zuvor mit einem Ballon geweitet wurde, offen zu halten.“

„Verhindern also diese Stents eine Wiederverengung der Gefäße?“

Prof. Dr. Sabin: „Ein neues Therapieverfahren mit medikament-freisetzenden Stents wurde im April 2002 in Europa eingeführt. Diese beschichteten Stents verbinden die mechanische Wirkung eines Stents mit der zellteilungshemmenden Wirkung des Medikaments Sirolimus. Nach der Implantation eines solchen Stents wird der Wirkstoff über mehrere Wochen hinweg gleichmäßig und kontrolliert an das umliegende Gewebe abgegeben. Dort hemmt Sirolimus die Zellteilung und verhindert eine erneute Verengung der Gefäße. Außerdem verhindert Sirolimus überschießende Reaktionen, die der Körper nach der Stent-Implantation hervorruft.“

„Kann jeder Patient von dieser Therapie profitieren?“

Prof. Dr. Sabin: „Der Arzt entscheidet über die Möglichkeit der Therapie je nachdem, wie hoch das Risiko für eine Wiederverengung der Gefäße ist. Allerdings spielt, neben der ärztlichen Empfehlung, der Kostenfaktor eine große Rolle. Diese Innovation wird in Deutschland noch nicht ausreichend erstattet. Wir empfehlen also den Herzpatienten, die Behandlungsmethode mit medikamenten-freisetzenden Stents mit ihrem Arzt zu besprechen.“

Autor: Redaktion

Quelle: Interview mit Prof. Dr. Georg Sabin, durchgeführt von der Cordis GmbH

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