Erstellt am: 01.09.2003
Letzte Änderung am: 23.02.2005
Bei Arbeiten mit feuchten Stoffen sollte auf Schutzmaßnahmen geachtet werden
Die Haut gehört zu den wichtigsten Organen des Menschen. Sie bedeckt den Körper und schützt ihn - ähnlich wie ein Kleidungsstück - unter anderem vor Temperaturschwankungen und Umwelteinflüssen. Auch während der Arbeitszeit muss sie den oft noch stärkeren Reizen standhalten. Doch anders als ein Kleidungsstück kann man seine natürliche äußere Hülle bei einer Beschädigung nicht wechseln. Läsionen müssen entweder gepflegt und geheilt oder am besten ganz vermieden werden.
Arbeit mit feuchten Stoffen als Risikofaktor
Hauterkrankungen stellen mit einem Drittel aller Fälle die häufigste Berufskrankheit in Deutschland dar. Besonders gefährdet sind alle, die ständig mit feuchten Stoffen arbeiten. Das sind Friseure, Bäcker, Köche, Galvaniseure, Floristen, Fliesenleger und Maler, aber auch Metall- und Oberflächenbearbeiter, bei denen z. B. durch feinen Metallstaub noch eine zusätzliche Belastung entsteht. Auch die Zahl der gemeldeten Fälle aus dem Bereich der Kranken- und Altenpflege steigt ständig. Die Beschäftigten arbeiten mit starken Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, welche die Schutzfunktion der Haut stark beeinträchtigen können.
In der Regel zeigen die Hände und manchmal auch die Unterarme der Betroffenen sogenannte irritative Kontaktekzeme. In selteneren Fällen kann es auch zu anderen Arten von Ekzemen, Infektionen oder bösartigen Tumoren kommen. Dabei ist die Zeitspanne, zwischen Aufnahme des Berufes und dem ersten Auftreten der Erkrankung relativ kurz. Oft dauert es nur wenige Jahre, bis die Erkrankung auftritt.
Hautschutz oder Hautpflege?
Doch Feuchtigkeit ist nicht der einzige schädigende Faktor. Häufig befinden sich in den verwendeten oder verarbeiteten Materialien allergieauslösende Stoffe. Hat sich eine Allergie entwickelt, bleibt den Betroffenen oft nichts anderes übrig, als den Beruf zu wechseln. Und das ist teuer: Durch den krankheitsbedingten Arbeitsausfall werden zunächst Krankenkassen und Arbeitgeber finanziell belastet. Anschließend muss oft eine Umschulung bezahlt werden.
Nicht zuletzt deshalb entwickeln Experten Vorbeugemaßnahmen und sorgen dafür, dass mehr Risikoberufsgruppen Schulungen bekommen. Diese machen sich bezahlt: Anhand von spezifischen Tests konnten Hautärzte feststellen, ob bei den Patienten eine Anfälligkeit vorliegt und welches der jeweils auslösende Stoff ist. Kristallisiert sich heraus, dass eine Substanz regelmäßig Irritationen verursacht, werden alternative Materialien getestet und eingesetzt. So sind in den letzten Jahren die Meldungen über sogenannte "Berufsdermatosen" bei Frisören und Latexallergie im medizinisch-pflegerischen Bereich drastisch zurückgegangen.
Allerdings gehen Fachleute von Dunkelziffern aus, die um ein Fünfzig- bis Hundertfaches über den offiziellen Fällen liegen.
Nicht nur Mediziner und Berufsgenossenschaften müssen deshalb aktiv werden. Auch Arbeitgeber und vor allem diejenigen, die einem Beruf aus den genannten Bereichen nachgehen, müssen Vorsorge treffen. Hautschutz und Hautpflege sind hier unerlässlich. Allerdings gibt es keine klare Definition, was genau Hautschutz ist und worin er sich von Hautpflege unterscheidet.
Besondere Aufmerksamkeit bei Diabetes
Auch wenn noch keine fundierten Forschungsergebnisse vorliegen, kann sich jeder mit ein paar kleinen, aber sehr hilfreichen Maßnahmen vor unnötigen Erkrankungen schützen.
Zunächst ist zu beachten, dass vorgeschädigte Haut eher irritierende Stoffe durchlässt, als eine gesunde. Auch mit zunehmendem Alter wird sie immer weniger widerstandsfähiger.
Diabetiker, die in diesen Bereichen arbeiten, sollten ihre Haut sehr genau überprüfen. Durch ihre Erkrankung ist diese wesentlich empfindlicher. Sie neigt zu Trockenheit und reißt leichter ein. Die Gefahr, dass schädigende Substanzen eindringen, ist deshalb wesentlich größer. Eine gestörte Wundheilung oder bereits fortgeschrittene Nervenschädigung können die Regeneration verlangsamen und unbehandelt zu größeren Komplikationen führen. Die tägliche Kontrolle der Haut, die schädigenden Stoffen ausgesetzt ist, ist deshalb unerlässlich. Vorsicht ist vor allem bei kleinen Rissen oder Verletzungen geboten. Selbst geringe Veränderungen oder Rötungen sollte der Arzt untersuchen.
Verhaltensregeln
Um Einflüsse von Außen zu vermeiden sollten möglichst immer Schutzhandschuhe getragen werden. Diese sollten je nach Tätigkeit aus geeignetem Material (z.B. Chemikalienbeständigkeit) bestehen, genau passen und die CE-Kennzeichnung tragen. Außerdem ist es wichtig, dass sie beim Anziehen sauber und trocken sind. Auch ein Futter ist empfehlenswert. Bei besonders empfindlicher Haut ist es ratsam, Baumwollhandschuhe unterzuziehen. Beschädigte Handschuhe müssen sofort ersetzt werden! Von Einweghandschuhen aus Latex geht eine erhöhte Allergiegefahr aus.
Außerdem sollte die Haut regelmäßig gereinigt werden. Da jedes Händewaschen zusätzlich belastet, ist ein besonders mildes Reinigungsmittel zu verwenden, das der jeweiligen Verschmutzung angepasst ist. Sandhaltige Handwaschpasten oder konzentrierte Lösemittel (Kaltreiniger, Benzin, Nitroverdünnung,...) stellen ein absolutes Tabu dar, da sie die Haut schädigen.
Nach der Arbeit unterstützt ein Hautpflegemittel bei der Regeneration von den Strapazen. Ein gründliches Eincremen - auch zwischen den Fingern - hält die Haut geschmeidig und damit widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse.
In einigen Betrieben gibt es klare Vorschriften, die den Hautschutz betreffen. Bei Unklarheiten haben der Abteilungsleiter oder der Betriebsarzt die nötigen Informationen.
Sicher ist es manchmal lästig, sich ständig die Hände zu waschen, sie einzucremen oder Schutzhandschuhe zu tragen. Es ist aber immer besser, als schmerzhafte Ekzeme und eine oft langwierige Behandlung oder gar den Beruf wechseln zu müssen.
Das D'GATE-Hautspecial: