Erstellt am: 01.09.2003
Letzte Änderung am: 23.09.2003
Ein sorgsamer Umgang mit der Haut und eine konsequente, auf den jeweiligen Hauttyp abgestimmte Pflege sind für Diabetiker doppelt so wichtig wie für andere Menschen. Charakteristische Probleme äußern sich zum einen in dem für Diabetespatienten typischen Hautbild, zum anderen in häufiger auftretenden Erkrankungen und Veränderungen der Haut.
Das Hautbild bei Diabetikern
Eigentlich sollte sie straff und rosig sein - doch bei Diabetikern ist die Haut häufig faltig, hat ein welkes Aussehen, ist schlecht durchblutet, gerötet, spannt oder schuppt. Woran liegt das?
Viele Diabetiker klagen über Hauttrockenheit, die oftmals einen unerträglichen Juckreiz mit sich bringt. Trockene, schuppige Haut ist nicht nur ein unschönes kosmetisches Problem, sondern birgt vor allem gesundheitliche Risiken: Der natürliche Säureschutzmantel ist zerstört, durch winzige Verletzungen können Pilze und Bakterien leicht in die Haut eindringen und sie attackieren. Ekzeme, Pilzinfektionen oder krankhafte Hautveränderungen sind die Folge . Eine Ursache liegt darin, dass die Haut bei erhöhtem Blutzucker durch häufigeres Wasserlassen dehydriert. Der Hautinnendruck (Tugor) nimmt ab, und die Haut bekommt das typisch welke, faltige Aussehen. Auch die wichtigen Funktionen der Schweiß- und Talgdrüsen sind aufgrund von Nervenstörungen bei Diabetikern oft irritiert oder funktionieren nur eingeschränkt.
Abhilfe schafft hier Hautpflege von innen und von außen. "Von innen" bedeutet zunächst: Reichlich trinken! Mindestens zwei Liter Wasser am Tag sollen es sein, besser mehr. Kaffee und Alkohol trocknen den Körper aus und zählen deshalb nicht als "getrunken". Auch Säfte und Limonaden - selbst wenn sie speziell für Diabetiker hergestellt sind - sollten nur in verdünnter Form mit viel Mineralwasser getrunken werden und einen kleinen Teil des täglichen Flüssigkeitsbedarfs ausmachen. Eine gesunde, vollwertige Ernährung mit Vitaminen und Spurenelementen gibt der Haut wichtige Nährstoffe.
"Hautpflege von außen" bedeutet die unterstützende Anwendung von speziellen Hautpflegeprodukten. Dabei ist vor allem zu beachten:
"Weniger ist mehr!" - Dies gilt für alle Bereiche der Hautreinigung und -pflege. Zu heißes Wasser, zu viele verschiedene Pflegeprodukte mit zu zahlreichen Inhaltsstoffen, zu langes oder zu häufiges Waschen, Duschen und Baden,... all das ist Gift für die empfindliche Haut. Seien Sie nett zu Ihrer Haut, hören Sie auf sie, wenn sie brennt, spannt oder juckt. Pflege- und Reinigungsprodukte speziell für Diabetiker gibt es in der Apotheke, dort können Sie sich auch umfassend und kompetent beraten lassen.
Wählen Sie Cremeschäume, Cremes und Lotions, welche die Haut nicht unnötig durch Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe belasten. Auch wenn die Haut trocken ist, heißt das unter Umständen nicht, dass sie nur Fett braucht; reichhaltige Fettcremes können sich wie eine dicke Schicht über die Haut legen und die natürlichen Atmungs- und Stoffwechselfunktionen beeinträchtigen. Besser ist eine speziell auf Diabetiker abgestimmte Feuchtigkeitspflege. Harnstoffhaltige Mittel haben sich als sehr zweckmäßig erwiesen, da der Harnstoff Feuchtigkeit in der Haut bindet und sie so langfristig vor dem Austrocknen schützt. Bei der Reinigung achten Sie darauf, dass Sie nur milde, seifenfreie Produkte verwenden.
Es gibt eine Vielzahl von Hautkrankheiten, die vermehrt oder ausschließlich bei Diabetikern auftreten. Dazu gehören zum Beispiel die Diabetische Dermatopathie, die sich in Form von kleinen roten Papeln (Knötchen) im Schienbein- oder Knöchelbereich äußert, die Diabetische Hautverdickung, bei der durch eine Abnormität des Bindegewebes die Hautelastizität gestört ist oder die Diabetische Blasenbildung, bei der in kurzer Zeit ohne äußere Einwirkung Blasen erscheinen. Andere Hautveränderungen treten nur in Verbindung mit Hypo- oder Hyperglykämien auf.
Beobachten Sie deshalb Ihre Haut genau, insbesondere, wenn Sie Ihr Insulin wechseln. Manchmal kann ein neues Medikament allergische Reaktionen auslösen. Bei den folgenden Hautveränderungen sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen: