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Wintersport

Aktiv ins neue Jahr

© Rainer Sturm/ pixelio Die gemütliche aber auch oft träge Weihnachtszeit ist nun endgültig vorbei! Jetzt heißt es raus aus dem Sessel und rauf auf die Piste. Für Wintersportfreunde beginnt mit dem neuen Jahr auch die neue Saison. Rodeln, Skifahren und Langlaufsport machen dabei nicht nur Spaß, sondern halten Körper und Kreislauf fit und helfen praktischerweise die Weihnachtskalorien von Printen, Lebkuchen und Co. wieder von den Hüften zu verbannen. Ob groß, ob klein, ob mit oder ohne Diabeteserkrankung, mit der richtigen Vorbereitung sollten generell keinem Wintersportler Probleme im Wege stehen. Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten sollten.

Für Diabetiker ist kontinuierliche Aktivität besonders wichtig, da sie hilft, den Blutzucker im Normbereich zu halten und zudem eine positive Wirkung auf die Blutfettwerte und das Herz-Kreislauf-System hat. Die regelmäßige Bewegung lässt zudem das Insulin besser wirken, da sich die Insulinempfindlichkeit der Muskulatur erhöht. Dadurch kann gerade bei Typ-2 Diabetikern der Beginn einer Behandlung mit Medikamenten hinausgezögert oder die Mengen der einzunehmenden Tabletten reduziert werden. Vor allem Ausdauersportarten wie Wandern, Radfahren oder im Winter auch Ski-Langlauf eignen sich insbesondere für Diabetiker, da sie einen hohen Trainingseffekt für Herz- und Kreislaufsystem haben und die Ausdauer und Muskeln trainieren. Vorteil ist auch, dass diese Sportarten alle an der frischen Luft stattfinden und der Sportler so nebenbei die Natur genießen kann.

Beim Ski-Langlauf unterscheidet sich der klassische Langläufer, der auf einer Loipe (angelegten Streckenspur) im Diagonalschritt dahin gleitet von den sogenannten „Skatern“, die auf einer gewalzten Schneedecke ihre Füße wie Eisschnellläufer schräg nach hinten abstoßen.

Egal für welche Art sich der motivierte Sportler entscheidet, er sollte zuvor seinen Fitnessstand überprüfen. Wer beabsichtigt, nach langer Zeit der Untätigkeit das erste Mal wieder auf die Piste oder auf lange Wandertouren zu gehen, sollte insbesondere als Diabetiker berücksichtigen, dass bei einem untrainierten körperlichen Zustand deutlich mehr Kohlenhydrate verbraucht werden. Sowohl die Insulinzufuhr als auch die Kohlenhydratmenge müssen dementsprechend in Absprache mit dem Arzt angepasst werden, damit keine plötzlichen Unterzuckerungen auftreten.

Fit in den Wintersport

Grundvoraussetzung für jeden Skifahrer oder Langläufer ist, dass er körperlich fit ist und bereits eine gewisse Ausdauer aufgebaut hat, um Verletzungen oder Überanstrengungen zu vermeiden. Auch die Muskulatur und die Gelenke sollten Belastungen gewohnt sein.
Ist dies nicht der Fall, ist es für einen Wintersportneuling ratsam, ca. acht Wochen vor dem Winterurlaub mit Ausdauersport für eine bessere Kondition und mit Skigymnastik anzufangen, um die Muskeln auf das Kommende vorzubereiten. Während dieser Zeit kann der Diabetiker beobachten, wie sein Körper und der Blutzucker auf die sportliche Aktivität reagiert und trainieren, wie er seinen Blutzucker im Normalbereich hält. Dieser sollte nicht nur bei den Vorbereitungen regelmäßig gemessen werden. Auch während des Wintersports wird empfohlen, zwischendurch den Blutzucker zu überprüfen, um nicht von Unterzuckerungen überrascht zu werden. Ein Notfallpack aus Traubenzucker, Müsliriegeln oder zuckerhaltigem Getränk sollte auch auf der Piste griffbereit sein. Unerfahrenen Langläufern oder Skifahrern wird zusätzlich geraten, nachts einen Wecker zum Messen zu stellen, um so nächtlichen Unterzuckerungen aufgrund der ungewohnten Belastung vorzubeugen.
Grundsätzlich gilt für Anfänger, um Stürze und damit Verletzungen zu vermeiden: Langsam angehen lassen und dem Körper die nötigen Pausen und Kohlenhydrate zugestehen!

Fehlmessungen vermeiden

Extreme Kälte gemischt mit körperlicher Anstrengung lässt nicht nur den Organismus und die Blutzuckerwerte verrückt spielen, sie beeinflusst auch die Messutensilien. Bei sehr kalten Außentemperatur kann es zu Fehlmessungen kommen oder im schlimmsten Fall zu einem kompletten Ausfall des Messgerätes. Um das zu verhindern sollten Messgerät und Teststreifen in einer speziellen Tasche nah am Körper unter der Jacke transportiert werden. Die Messung selbst sollte unter der halbgeöffneten Jacke direkt am Körper und vor allem schnell durchgeführt werden. Je zügiger der Test abläuft, desto weniger unterscheiden sich Temperatur von Gerät und Teststreifen und desto genauer ist der Messwert.

Richtige Kleidung

Nicht nur das Messgerät sollte gut geschützt werden, auch der Körper benötigt die richtige Kleidung. Dicke Daunenjacken sind zwar warm, eignen sich aber weniger für sportlich Aktive, da diese unter der dicken Schicht schnell ins Schwitzen geraten, was folglich zu dem Wunsch führt die Jacke kurz zu öffnen. Damit sind Grippe und Erkältung vorprogrammiert. Spezielle Wintersportfunktionsjacken oder andere atmungsaktive Kleidung sind also das A und O beim Wintersport. Ein besonderer Tipp für Sportler ist es, sich nach dem Zwiebelschalenprinzip anzukleiden, da dieses eine gute Klimatisierung sowie einen guten Feuchtigkeitstransport und Wetterschutz garantiert. Je nach Temperatur und Anstrengung kann die Kleidung flexibel an- oder abgelegt werden.

Zusätzlich gehört zu jedem Winteroutfit auch immer Mütze, Schal, Handschuhe und das richtige Schuhwerk. Während Schal und Mütze den Wärmeverlust über den Kopf und die obere Körperpartie verhindern, schützen Handschuhe die empfindliche Haut der Hände vor Kälte und Schuhe – am besten mit Gore-Tex Membran – den empfindlichen Diabetikerfuß. Schlussendlich sollte das Winteroutfit mit einer Schneebrille bzw. mit einer qualitativ hochwertigen Sonnenbrille mit 100-prozentigem UV-Schutz sowie mit Sonnencreme abgerundet werden, da die Sonne in den Bergen besonders viel Kraft hat und der Schnee die Strahlen zusätzlich reflektiert.

Ist an alles gedacht, kann dem Spaß auf der Piste nichts mehr im Wege stehen und wir wünschen in diesem Sinne ein gesundes Skiheil!

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