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Urlaubszeit

Urlaubszeit - auch für junge Diabetiker

 @pixelio/ Andreas Reuter Immer mehr junge Menschen leiden an einem Diabetes mellitus. Erkranken sie bereits in sehr jungen Jahren, dreht sich oftmals ihre gesamte Kindheit um die Krankheit. Spiel und Spaß werden häufig durch Warnungen und Kontrollen der Eltern oder Erzieher überschattet, da die Kinder aufgrund ihrer Kognition die Therapie noch nicht eigenständig leisten können. In verschiedenen Ferienlagern speziell für junge Diabetiker können solche Kinder lernen ihre Krankheit selbstständig zu managen und trotzdem ein normales Leben mit Spiel und Spaß zu leben.

Besonders in der Sommerzeit äußern Kinder oft den Wunsch auch mal ohne ihre Eltern in den Urlaub zu fahren. Dem ein oder anderen Elternteil eines diabetischen Kindes wird bei solch einer Bitte schon mal ganz besonders flau im Magen. Die Sorge um den Nachwuchs ist auch nicht unbegründet, denn die täglich zu berücksichtigenden Dinge wie Blutzuckermessungen, Insulinspritzen und die Berechnung der Kohlenhydrate müssen zuverlässig durchgeführt werden. Dennoch ist es ebenfalls wichtig, junge Diabetiker so normal wie möglich zu behandeln, damit sie ihre Krankheit als Teil ihres Lebens akzeptieren und sich nicht gegen die Diabetestherapie sperren. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, auch diabetische Kinder einmal alleine in den Urlaub ziehen zu lassen. Unbedingte Voraussetzung ist dabei eine gute Stoffwechsellage, damit keine ungeahnten Schwierigkeiten auftreten.

Segel gehisst mit dem Altonaer Kinderkrankenhauses (AKK)

Verschiedene Organisationen bieten Urlaube und Veranstaltungen für diabetische Kinder in verschiedenen Altersklassen an. Ein Beispiel das Altonaer Kinderkrankenhauses (AKK) beispielsweise ermöglicht als Erlebnisreise für junge Diabetiker eine Segelschulung. Auch in diesem Jahr hisste wieder eine Gruppe von 16 – 18 Jahren die Segel von Eckernförde bis Dänemark. An Board des Schiffs lernen die jungen Diabetiker, Verantwortung für sich sowie für ihre Erkrankung zu übernehmen. So müssen die Jugendlichen auch die anfallenden Aufgaben an Board übernehmen. Zusammen mit einem Diabetesteam des AKK werden ebenfalls wichtige und zukunftsrelevante Themen wie Führerschein, Alkohol, Berufswahl, Ernährung und der Umgang mit der Insulinpumpe angesprochen. Die Patienten sollen als Hauptziel vor allem lernen, auch ohne die Ermahnungen der Eltern, ihren Blutzuckerwert 24-Stunden im Blick haben.

Starkes Selbstbewusstsein durch den Umgang mit gleichgesinnten

Während ältere Kinder meist alleine mit ihrer Behandlung zu Recht kommen, muss jungen Kindern noch Hilfe geleistet werden. In solch einem Diabetescamp mit Gleichaltrigen lernen die noch sehr unerfahrenen Diabetiker in lockerer Atmosphäre mit ihrer Krankheit in allen Situationen umzugehen. Vom sozialen Aspekt her lernen sie, zusammen mit anderen Gleichaltrigen die Krankheit besser zu akzeptieren, da sie hier nicht wie in der eigenen Familie in einer Sonder- oder Einzelrolle leben. Vom medizinischen Aspekt her lernen sie, ihren Insulinbedarf richtig einzuschätzen und ihre Therapie anzupassen. Schwimmbadbesuche, Sportveranstaltungen, Wanderungen und Klettertouren fördern das soziale Verhalten der Kinder gleichermaßen wie sie eine Herausforderung an die Diabetestherapie stellen, da die erhöhte Aktivität eine fortwährend wechselnde Insulindosis zur Folge hat. Ein diabeteserfahrenes Betreuerteam steht den Teilnehmern mit Rat und Tat ganztägig zur Seite. In spielerischen Schulungen lernen die Patienten was für das eigene Diabetesmanagement wichtig ist und wie sie ihre Erkrankung besser in den Griff bekommen können. Zum Programm gehören unter anderem das Berechnen von Kohlenhydraten, das Bestimmen der Insulineinheiten, das Einhalten besonderer Hygienemaßnahmen wie auch das Messen, Pieksen oder Spritzen. 

Freizeiten für junge Diabetiker werden mittlerweile von vielen Verbände und Organisationen für Kinder mit Diabetes angeboten. Informationen können beim jeweiligen Landesverband des Deutschen Diabetiker Bundes eingeholt werden.

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