Erstellt am: 25.11.2008
Letzte Änderung am: 25.11.2008
Die amerikanische Autorin Anne Rice machte sich einen Namen durch ihre Vampir-Saga mit Titeln wie „Interview mit einem Vampir“ oder „Die Königin der Verdammten“. Die Verfilmung von „Interview mit einem Vampir“ mit Tom Cruise, Brad Pitt und Antonio Banderas machte sie weltweit bekannt. Was nicht jeder weiß, Anne Rice ist auch Diabetikerin.Ihr Typ-1-Diabetes wurde im Dezember 1998 diagnostiziert, nachdem die Schriftstellerin in ein diabetisches Koma gefallen war. Ihr Diabetes hatte sich allerdings schon mehrere Jahre zuvor angekündigt mit Symptomen wie starkem Gewichtsverlust, Unkonzentriertheit und Schwächeanfällen. Im Dezember des Jahres 1998 hatte sie ihren Mann, den Dichter Stan Rice, nach 37-Ehejahren um eine kirchliche Trauung gebeten. Einen Tag nach der Zeremonie wachte sie mit Kopfschmerzen und Atembeschwerden um 6 Uhr morgens in ihrem Haus in New Orleans auf. Innerhalb weniger Stunden trübte sich ihr Bewusstsein derart, dass sie ihren Assistenten anrief und versuchte, sich ihrer Kleidung zu entledigen. Kurze Zeit später wurde sie bewusstlos und ihr Mann rief telefonisch eine befreundete Krankenschwester zu Hife.
Rice ignoriert ihre Symptome über Jahre hinweg
Die Krankenschwester versuchte den Puls zu messen, doch der war mittlerweile so schwach, dass sie nur noch den Notarzt rufen konnte. Die Sanitäter testeten sofort den Blutzucker der bewusstlosen Anne Rice: „Sie machten den Test und erhielten als Ergebnis einen Blutzuckerwert von über 800, der, wie ich glaube, ziemlich tödlich ist“, so die Schriftstellerin. „Später sagten sie mir, dass ich in einem diabetischen Koma lag und dass ich wahrscheinlich in den nächsten 5 bis 10 Minuten, vielleicht auch 15 Minuten gestorben wäre.“ Als Anne Rice im Krankenhaus aus dem diabetischen Koma aufwachte, erfuhr sie von ihrem Ehemann, dass man bei ihr einen insulinabhängigen Typ-1-Diabetes diagnostiziert hätte. Ein Typ-1-Diabetes tritt normalerweise bereits im Kindes- oder Jugendalter auf und nicht erst mit 57 Jahren wie bei Rice. Bei dieser speziellen Form des Diabetes handelt es sich um einen so genannten LADA („Latent Autoimmune Diabetes in Adults“), was übersetzt soviel bedeutet wie „verborgener, autoimmun bedingter Diabetes bei Erwachsenen“.
Diagnose „Typ-1-Diabetes“ mit über 50?
Bei einem Typ-1-Diabetes greift das Immunsystem des Körpers die eigene Bauchspeicheldrüse im Rahmen einer Entzündungsreaktion an, weil diese vom Körper als Fremdgewebe wahrgenommen wird. Die Entzündung der Bauchspeicheldrüse beginnt bei Typ-1-Diabetikern schon in frühester Kindheit und von Person zu Person gibt es Unterschiede, wann der Diabetes schließlich akut wird. Die geschädigte Bauchspeicheldrüse produziert zwar immer weniger Insulin, doch erst wenn 80 bis 90 Prozent der Insulin produzierenden Zellen abgetötet wurden, manifestiert der Typ-1-Diabetes sich endgültig. Wenn die Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen erst im späten Erwachsenenalter abgeschlossen ist, spricht man von einem „LADA“.
Dem diabetischen Koma vorbeugen durch Früherkennung
In der Endphase einer solchen Autoimmunerkrankung sind unterschiedlich Symptome spürbar. Dazu zählen ständiger Durst, häufiges Urinieren, Gewichtsverlust, Müdigkeit, teilweise depressive Verstimmungen, Erbrechen und gelegentlich auch Wadenkrämpfe. Außerdem Bauchschmerzen, Seh- und Konzentrationsstörungen sowie Kopfschmerzen. Da diese Symptome auch die Vorboten vieler anderer Krankheiten sein können, denken Ärzte und Patienten dabei nicht unbedingt an einen Diabetes. Deswegen engagiert sich die Autorin der Vampirromane seit der Diagnose für die Früherkennung bei Diabetes: „Wenn Sie glauben, dass sie möglicherweise einen Diabetes haben könnten, lassen sie um Himmels Willen ihren Blutzucker testen, “ so Anne Rice. „Es ist ein ganz einfacher Test. Es ist nichts, aber auch wirklich gar nichts dabei.“
Autor: Meike Dackweiler