Erstellt am: 09.06.2005
Letzte Änderung am: 09.06.2005
Sport ist für Diabetiker sehr wichtig. Zum einen hilft Bewegung beim Abnehmen und zum anderen verbessert sie die Insulinresistenz. Und auch Typ-1er profitieren von körperlicher Betätigung: Der HbA1-Wert sinkt und auch die Gefäße sind meist besser in Schuss.
Doch von Null auf Hundert in zwei Tagen zu gehen ist nicht nur schwierig, sondern auch ungesund - sowohl für Diabetiker, als auch für gänzlich gesunde Menschen. Besser ist es, klein anzufangen und Belastung und Dauer langsam zu steigern.
Während Gesunde in der Regel alleine anfangen können Sport zu treiben, sollten sich untrainierte Diabetiker - unabhängig davon, ob sie von Folgeschäden wissen oder nicht - zuerst vom Arzt beraten lassen. Denn wer weiß schon, in welchem Bereich man am besten trainiert und vor allem, wie viel man dem eigenen Körper zumuten kann?
Leistungsfähigkeit des Herzens testen
Mit einem Belastungs-EKG kann jedoch der persönliche Maximalpuls und damit die Leistungsgrenze festgestellt werden. Dieser liegt oft niedriger, als man denkt. Denn die Formel 220 minus Lebensalter sollte nur bedingt verwendet werden. Schon kleinste, bisher noch nicht sichtbare Folgeschäden machen sich hier bemerkbar und senken die Obergrenze weiter.
Neben dem Alter sollte auch die Art der Therapie beachtet werden. Wer zum Beispiel Beta-Blocker einnimmt, muss berücksichtigen, dass diese Medikamente die Herzfrequenz reduzieren. Doch in welchem Umfang der Trainingspuls herunter gesetzt wird, muss der Arzt entscheiden.
Den Pulswert kann man während des Sports leicht selbst kontrollieren. Entweder hilft eine Pulsuhr dabei oder ein Trainingspartner. Denn so lange man sich nebenbei noch bequem unterhalten kann, bewegt man sich automatisch im richtigen Herzfrequenz-Bereich.
Schwieriger wird es beim Blutdruck. Denn auch dieser sollte nicht vergessen werden. Bei Untrainierten kann er schon bei mäßigem Training schnell in gefährliche Höhen steigen. Deshalb ist hier neben einer guten Einstellung, falls nötig auch mit Medikamenten, ein Belastungs-EKG besonders wichtig, um feststellen zu können, wo hier im Sport Schluss sein sollte.
Hilfreich: Laktat-Test
Ebenso spielen die Laktat-Werte eine wichtige Rolle. Um diese zu ermitteln, muss jedoch der Laktat- oder Ergometertest durchgeführt werden. Dafür wird am Ende einer jeden Belastungsstufe aus der Fingerbeere oder dem Ohrläppchen Kapillarblut entnommen und aus den somit gewonnenen Werten eine Leistungskurve erstellt. So kann die Schwelle bestimmt werden, ab der der Körper Glukose überwiegend ohne Sauerstoff abbaut und dabei Milchsäure bildet. Diese sammelt sich bei einer länger dauernden Belastung in den Muskeln und setzt somit deren Leistungsfähigkeit herunter - ein Erschöpfungszustand tritt ein.
Hat der Arzt festgelegt, wie stark man sich verausgaben darf, kann es losgehen. Viele werden überrascht sein, wie wenig sie sich zu Beginn anstrengen müssen, um für sich und ihre Gesundheit etwas Gutes zu tun.
Regelmäßiges Training
Wichtig ist jedoch, dass man sich regelmäßig bewegt. Dreimal pro Woche sind unerlässlich, um Erfolge zu verzeichnen. Denn auch nur, wer diese Sporteinheit in den Alltag fest einbaut, verliert die überflüssigen Pfunde dauerhaft und kann dem Jojo-Effekt vorbeugen.
Fühlt man sich im Training wohl und denkt, man könnte auch mehr schaffen, sollte wieder der Arzt zu Rate gezogen werden, bevor man die Intensität und Dauer steigert. Ein erneutes Belastungs-EKG zeigt genau die Erfolge auf, die man durch das Training erzielt hat. Mit den neu erstellten Zielvorgaben kann schließlich die nächste Etappe in Richtung Fitness angegangen werden.
So wird zwar langsam, dafür aber allmählich die Leistung gesteigert. Zwar ist es zeitaufwändig, regelmäßig ein Belastungs-EKG erstellen zu lassen, doch diese Investition dankt der gesamte Körper.
Noch ein kleiner Hinweis am Schluss: Diese Untersuchung sollte man keinesfalls als Zeichen oder Folge der Diabetes-Erkrankung sehen. Sondern vielmehr als Chance, beim Sport alles richtig zu machen. Denn selbst Leistungssportler testen somit regelmäßig ihre persönlichen Grenzen, um damit anschließend ihr Training bestmöglich zu gestalten.
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Autor: Ramona Völkl