Erstellt am: 30.05.2005
Letzte Änderung am: 30.05.2005
Sport oder körperliche Bewegung kann aus medizinischer Sicht vielen Krankheiten entgegenwirken und fördert das seelische und körperliche Wohlbefinden. Lässt man den medizinischen Aspekt einmal außen vor, sollte Sport, ob allein oder in einer Mannschaft, einfach Spaß machen. Nur wer Freude daran hat, wird langfristig und regelmäßig körperlich aktiv sein und ganz nebenbei Blutzucker und Gewicht im Zaum halten. Erlaubt sind grundsätzlich alle Sportarten. Um bei Begleiterkrankungen, wie Bluthochdruck, dem metabolischen Syndrom, koronarer Herzerkrankung oder Arthrose weitere gesundheitliche Schäden zu vermeiden, sollte vor dem „Anpfiff zum Sport“ der Arzt zu Besonderheiten befragt werden. Sportliche Aktivität ist zu jeder Zeit möglich.
Blutzuckerspiegel in Balance
Bevor aber Trainingshose und Turnschuhe angezogen werden, kommen Diabetiker nicht drum herum, den Blutzucker zu messen. Denn bei Diabetikern kann es durch erhöhte körperliche Belastung zur Unterzuckerung oder einer Übersäuerung des Blutes (Ketoazidose) kommen. Daher immer auf Nummer sicher gehen und im Vorfeld messen. Grünes Licht gibt es bei einem Blutzuckerspiegel zwischen 150 bis 180 mg/dl. Diese „leichte Hyperglykämie“ senkt das Risiko einer Unterzuckerung während der Muskelarbeit. Vor Ausdauersportarten (mehr als 60 min), wie beispielsweise Schwimmen, Laufen, Radfahren, Wandern oder Skilanglauf sollte der Ausgangswert bei 180 mg/dl liegen. Zeigt das Messgerät über 250mg/dl an, entscheidet ein Acetontest, ob sportliche Bewegung möglich ist oder nicht. Ein Sportverbot gilt bei einem zweifach oder dreifach positiven Acetonwert.
Um die Leistungsfähigkeit während des Sports zu erhalten und den Blutzucker zu stabilisieren, ist eine Versorgung des Körpers mit Kohlenhydraten und der richtigen Menge Insulin notwendig. Bei kurzfristigen Aktivitäten ist es ausreichend, eine halbe Stunde vor Sportbeginn ein bis vier Zusatz BE aufzunehmen. Dauert der Sport länger als 90 min an, müssen das basale Insulin und das Normalinsulin vor, während und nach dem Sport verringert werden. Zusätzlich müssen dem Körper während der sportlichen Aktivität zusätzliche BE (je Stunde ein bis zwei) zugeführt werden. Am besten geeignet sind vorher Sport langsam wirkende Kohlenhydrate, wie Müsli Riegel, Vollkornkekse oder belegte Brötchen. Findet der Sport spontan statt, helfen schnellwirkende Kohlenhydrate, wie Fruchtsaft oder zuckerhaltige Limonaden. Um seinen Kohlenhydratspeicher zwischendurch wieder aufzuladen, eignen sich Saftschorlen.
Nach dem Sport....
..... ist vor dem Sport, zumindest was das Messen angeht. Denn der Körper arbeitet auch danach. Die Muskelzellen versuchen, ihre verbrauchten Energiereserven wieder aufzufüllen. Folglich sinkt der Blutzuckerspiegel weiter. Um eine Unterzuckerung zu verhindern, benötigt der Körper besonders nach längerer Aktivität zusätzliche BE. Hat das Training in den Abendstunden stattgefunden, sollte die abendliche Insulindosis herabgesetzt werden. Daher ist es ratsam, nach Beendigung der sportlichen Aktivität in regelmäßigen Abständen den Blutzuckerspiegel nicht aus den Augen zu verlieren.
Sporttasche richtig packen
Bevor es wieder zum Sport geht, sollte die Tasche auf Vollständigkeit überprüft werden. Neben der Trainingskleidung sind richtige Schuhwerk, ausreichend Mineralwasser, Traubenzucker, Saft und eventuell Obst wichtig. Außerdem sollte gerade bei längerer sportlicher Betätigung ein Blutzuckermessgerät mit Teststreifen und falls notwendig Insulin und Acetonstreifen zur Grundausrüstung eines sportlichen Diabetikers gehören.
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Autor: Steffi Dörries
Quelle:
Kuhn, Dörte; Sportlich aktiv mit Diabetes, TRIAS Verlag 2003
Thurm, Ulrike, Gehr, Bernhard; Diabetes- und Sportfibel, 2. aktualisierte Auflage 2005, Verlag Kirchheim+Co. GmbH