Erstellt am: 15.07.2004
Letzte Änderung am: 19.07.2004
Im Vorfeld der neuen Fußball-Saison sprachen wir mit Dimo Wache. Er ist Torwart des neu in die erste Bundesliga aufgestiegenen 1. FSV Mainz 05 und seit 1998 Diabetiker.
Der Alltag in Europas Wohnzimmern ist wieder eingekehrt. Die Fußball- Europameisterschaft fesselte 23 Tage bekennende Fußballfans und Menschen, die sonst wenig für Fußball übrig haben, an den Bildschirm. Einmal dem Fußballfieber verfallen, bleibt den Fans nur wenig Zeit zum Verschnaufen. Bereits im August beginnt die neue Bundesliga- Saison.
Redaktion: Sie haben sicherlich die EM verfolgt. Hand aufs Herz- wer war Ihr heimlicher Favorit? Und haben Sie mit einem Erfolg der Griechen gerechnet?
Dimo Wache: Ich habe geglaubt, dass die Franzosen, wie bei der letzten EM 2000, das Rennen machen. Das Griechenland gewinnt, hat mich sehr überrascht. Aber sie haben es verdient.
Redaktion: Der 1. FSV Mainz 05 hat in diesem Jahr den Sprung in die 1. Bundesliga geschafft. Was ist die Zielvorgabe des Vereins in der kommenden Spielsaison?
Dimo Wache: Was wir als Mannschaft wollen, ist, so viele Punkte wie möglich zu holen. Mal sehen, was dabei herauskommt.
Redaktion: Die Saisonvorbereitung ist bereits im vollem Gange. Die Fans stärken Ihnen mehr denn je den Rücken. Wie ist die Motivation und der allgemeine Fitnessstand der Mannschaft?
Dimo Wache: Die Motivation in der Mannschaft ist sehr groß. Ab dem 8. Juli befinden wir uns für ein paar Wochen im Trainingslager in Herzlake. Dort wird die Taktik geschult und natürlich an der Laufarbeit gefeilt. Abends ist man dann wirklich froh, wenn man ganz schnell ins Bett kann.
Redaktion: Ab August heißt es, unter Beweis zu stellen, dass der 1. FSV Mainz 05 in der 1. Bundesliga richtig platziert ist. Welcher Gegner ist für Sie die größte Herausforderung?
Dimo Wache: Jedes einzelne Spiel ist für uns eine große Herausforderung. Eine gute Vorbereitung ist daher immer besonders wichtig.
Redaktion: Diabetes und sportliche Erfolge schließen einander nicht aus. Sie sind das beste Beispiel dafür. Wie bekommen Sie beides in Einklang?
Dimo Wache: Der Diabetes wurde 1998 bei mir diagnostiziert. Mittlerweile gehört er zu meinem Alltag, wie die morgendliche Tasse Kaffee. Diabetes ist kein Hindernis, denn es gibt keine bessere Kombination als Sport und Diabetes.
Redaktion: Im Trainingslager verbringt man ein Großteil des Tages zusammen? Wie gehen die Mannschaftsmitglieder mit ihrem Diabetes um?
Dimo Wache: Kein Problem! Sie machen gerne mal einen Scherz darüber, dass ich der größte Fixer sei, den es gibt. Ich nehme es mit Gelassenheit. Spaß muss sein!
Redaktion: Was können Sie allen großen und kleinen Kickern mit Diabetes mit auf den Weg geben?
Dimo Wache: Zu aller erst kann ich nur raten, sich mit der Krankheit auseinander zusetzten. Dann lebt es sich sehr gut damit. Eltern sollten ihren Kindern nicht alles verbieten. Eis und Schokolade gehören zum Kindsein einfach dazu. Vor allem aber sollte der Spaß am Sport, egal ob Fußball, Volleyball, Badminton, nicht verloren gehen. Diabetes und Sport schließen einander nicht aus. Ganz im Gegenteil!
Redaktion: Wir bedanken uns für das Interview.
Autor: Steffi Dörries
Quelle: Interview im Juli 2004