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Antibiotika

Studie: Antibiotika im Kindesalter lösen keinen Diabetes aus

© Uschi Dreiucker/ Pixelio Kindern oder Babys Medikamente zu verabreichen ist mitunter eine heikle Angelegenheit, denn spezielle Medizin für die ganz Kleinen gibt es kaum. Bei schweren Erkrankungen bleibt Eltern jedoch nichts anderes übrig. Von einer weiteren Sorge können sie sich jedoch verabschieden: Antibiotika verursachen nach neusten Erkenntnissen einer dänischen Studie keinen Diabetes.

Die Einnahme bestimmter Medikamente in früher Kindheit kann erwiesenermaßen die Entwicklung des Immunsystems beeinflussen. Antibiotika gelten als potentielles Risiko für die Entwicklung der Flora im Magen-Darmtrakt. Der Magen-Darmtrakt hat seinerseits großen Einfluss auf das Immunsystem des Menschen. Ein Typ-1-Diabetes wird zum Beispiel durch eine Fehlfunktion des Immunsystems ausgelöst. Da liegt die Frage nahe: Kann die Gabe von Antibiotika bei kleinen Kindern einen Diabetes verursachen?

Dänische Studie sagt „Nein“

Ein Team dänischer Forscher ging dieser Frage nach und untersuchte die Daten von mehr als 606.000 Kindern, die in den Jahren 1995 und 2003 geboren worden waren. In die Untersuchung wurden sehr viele Faktoren mit einbezogen. Darunter spielten Alter, Geschlecht, Wohnort, soziale Situation der Familie, Alter der Mutter bei der Geburt und die Reife des Kindes bei der Geburt eine bedeutende Rolle. Die Antibiotika wurden in Gruppen geordnet, die Menge und das Alter der Kinder beim Einnahmezeitpunkt wurden ebenfalls berücksichtigt. Von den 606.000 erhielt die überwiegende Mehrheit, nämlich rund 538.000 Kinder, mindestens einmal ein Antibiotikum. Durchschnittlich erhielt jedes Kind etwa 5 Verschreibungen dieser Medikamente in seinem jungen Leben. Die Anwendung von Antibiotika bei sehr jungen Kindern erfolgte zudem nur in absoluten Bedarfsfällen. Dazu zählten schwere bakterielle Entzündungen im Nierenbecken, Knochenmark, Hirnhaut, Lunge oder allgemeinen Entzündungen im Blut. Jungen erhielten im ersten und zweiten Lebensjahr häufiger Antibiotika als gleichaltrige Mädchen.

Diabetes-Erkrankungen bei Studien-Kindern

Von den 606.000 jungen Probanden erkrankten lediglich 454 Kinder an einem Typ-1-Diabetes. Im Durchschnitt zeigte sich die Erkrankung bereits im Alter von 4,4 Jahren. Diese Kinder hatten jedoch keine anderen Antibiotika erhalten als die gesunden Kinder. Auch die Art und die Menge der Anwendung oder das Alter bei der Einnahme unterschied sich nicht vom Durchschnitt. Daraus folgern die dänischen Forscher, dass die Antibiotikagabe im Kindesalter und die Entstehung eines Typ-1-Diabetes nicht in irgendeinem Zusammenhang stehen. Die Studie war allerdings auf einen Zeitraum von 9 Jahren begrenzt und lässt deshalb keine Rückschlüsse auf mögliche Spätschäden bei der Antibiotikagabe im Kindesalter zu.

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