Erstellt am: 10.09.2009
Letzte Änderung am: 25.09.2009
Der Diabetes Typ 2
Typ-2 Diabetiker weisen eine Unempfindlichkeit der Körperzellen gegenüber der biologischen Wirkung von Insulin auf. Sobald diese sogenannte Insulinresistenz zu ausgeprägt ist, wirkt das zugeführte Insulin im Rahmen einer Diabetes-Therapie nicht effektiv genug. In diesen Fällen muss die Insulin-Empfindlichkeit durch Insulin-Sensitizer erhöht werden. Diese Sensitizer werden zum Einen bei Diabetes-Typ-2 mit ausgeprägter Insulinresistenz eingesetzt, sprich, bei Patienten, bei denen Insulin alleine unzureichend ist. Zum Anderen bei Diabetikern, die die Standard-Kombination Insulin und Metformin aufgrund von Unverträglichkeit oder Gegenanzeigen nicht einnehmen können.
Insulin-Sensitizer
Bis heute sind in Deutschland zwei Insulin-Sensitizer zugelassen: Pioglitazon und Rosiglitazon. Diese Medikamente erhöhen die Insulinempfindlichkeit der Leberzellen, der Muskulatur, sowie des Fettgewebes. Die Zellen nehmen durch diese Stoffe mehr Zucker auf, die Leber hingegen schränkt ihre Glukoseproduktion ein. Die Folge: Der Blutzuckerspiegel sinkt, sowohl nüchtern als auch nach Mahlzeiten.
Die Studie
An der seit drei Jahren laufenden Studie nehmen mehr als 4000 Patienten teil. Alle werden mit der Kombination von Insulin und Pioglitazon behandelt. Die erste Zwischenauswertung der Daten von 2086 Patienten aus 408 unterschiedlichen diabetologischen Studienzentren zeigt sich äußerst positiv. Die Blutzuckerwerte der Testpersonen sanken um knapp einen Prozentpunkt. Als letztendliches Ziel empfehlen die Verantwortlichen einen Prozentsatz von 6,5%. Des Weitern zeigten die Zwischenergebnisse, dass die Patienten 22% weniger Insulin benötigten. Blutdruck- und Blutfettwerte der Studienteilnehmer verbesserten sich ebenfalls.
Mögliche Nebenwirkungen
Die Verträglichkeitsquote dieser Therapie war durchaus gut und lag bei 97,7%, die meisten Patienten vertrugen die Kombination ohne größere Probleme. Bei jedem siebten Patienten kam es zu Wassereinlagerungen in den Beinen. Durch ein harntreibendes Mittel wurden diese unerwünschten Begleiterscheinungen jedoch bereits während der Therapie behoben. Erfreulich äußerten sich die Forscher darüber, dass kein Patient die Therapie abbrechen musste und auch bereits bekannte Komplikationen mit Pioglitazon nicht beobachtet wurden.
Therapiehinweise
Bei Patienten die die Kombinationstherapie zum ersten Mal erhalten ist es sehr wichtig, dass der Arzt die Insulindosis individuell reduziert, um einer Unterzuckerung vorzubeugen. Die Verantwortlichen der Studie raten deshalb Patienten in den ersten Wochen intensiv zu beobachten, insbesondere im Hinblick auf das Auftreten von Herzinsuffiziensymptomen. Besonders entscheidend für einen unproblematischen Einstieg in diese Art von Therapie, ist die kontinuierliche Anpassung der Insulindosis.