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Behandlung von Typ-2-Diabetes

Typ-2-Diabetes mit Insulin oder Tabletten behandeln?

© uschi dreiucker/ pixelio   In Deutschland wird ein Typ-2-Diabetes häufig nur mit Tabletten behandelt. Diese sind relativ leicht zu handhaben und erfordern keine intensiven Schulungen wie sie für Insulinnutzer üblich sind. Dennoch haben Typ-2-Diabetiker ein relativ hohes Risiko für Arteriosklerose und Herzleiden. Eine neue Studie hat sich mit der Frage beschäftigt, welche Therapieoption für Typ-2-Diabetiker günstig ist.

Im Gegensatz zu den insulinpflichtigen Typ-1-Diabetikern produzieren Menschen mit einem Typ-2-Diabetes noch eine kleine Menge körpereigenes Insulin. Diese Menge ist jedoch häufig gering, dass sie nicht mehr ausreicht, um den Blutzucker angemessen zu regulieren. Außerdem spricht der Stoffwechsel eines Typ-2-Diabetikers oft auf das vorhandene Insulin wesentlich schlechter an als das bei völlig gesunden Menschen der Fall wäre. Bei diesem Problem können so genannte „orale Antidiabetika“ Abhilfe schaffen. Diese Tabletten verbessern die Wirkung des vorhandenen Restinsulins und regen die Bauchspeicheldrüse an, um zum Beispiel bei Mahlzeiten ausreichend körpereigenes Insulin auszuschütten. In den Tabletten selbst ist kein Insulin enthalten, weil es von der Magensäure zerstört würde. In Deutschland wird ein Typ-2-Diabetes in der Regel mit oralen Antidiabetika behandelt. Erst wenn die regelmäßigen Blutzuckerlangzeitwerte (hba1c) trotz aller Bemühungen den Grenzwert von 7 % übersteigen, werden Typ-2-Diabetiker auch mit Insulin behandelt.

Texanische Studie untersucht Vor- und Nachteile von Diabetestherapien

Ein Team von Endokrinologen aus den USA hatte für die nun kürzlich veröffentlichte Studie drei Jahre lang die Selbst-Therapie von Menschen mit Typ-2-Diabetes untersucht. An der Studie hatten rund 58 Menschen mit einem frisch diagnostizierten Diabetes teilgenommen, die per Zufallsprinzip in eine von zwei Gruppen eingeordnet wurden. Die eine Gruppe wurde während der dreijährigen Beobachtungsphase mit Insulin und dem Wirkstoff Metformin behandelt, die andere Gruppe erhielt eine Kombinationstherapie aus den Antidiabetika Metformin, Pioglitazon und Glyburid. Untersucht wurden insbesondere Unterzucker (Hypoglykämie), der HbA1c-Wert, das Gewicht, die Disziplin und die Zufriedenheit der Studienteilnehmer mit ihrer Therapieform.

Insulin und Tablettenkombination sind gleich gut

Das Ergebnis: Der HbA1c-Wert beider Gruppen unterschied sich am Ende der Studie nur um 0,1 Prozent. Die Insulingruppe hatte einen Durchschnittswert von 6,1 % erreicht, die Tablettengruppe hatte den etwas besseren Wert von 6 %. Eine Gewichtszunahme war in beiden Gruppen zu verzeichnen. Erstaunlicherweise hatten Teilnehmer in der Insulingruppe jedoch nur rund 4,5kg zugenommen, während die Tablettengruppe mit durchschnittlich 7,2 kg deutlich mehr auf die Waage brachte. Hypoglykämien traten während der Studie in beiden Gruppen eher selten auf und meistens handelte es sich dabei nicht um schwere Unterzuckerungen. Die Selbstdisziplin und die Zufriedenheit mit der Therapieform waren ebenfalls in beiden Gruppen in etwa gleich hoch.

Ergebnisse nicht voll aussagekräftig

Im Ergebnis sind die Insulin/Metformin-Therapie und die Kombination dreier Antidiabetika also ebenbürtig. Allerdings wird eine Kombination von drei verschiedenen Antidiabetika in Deutschland nur in Notfällen praktiziert, weil sich der Blutzucker bei den meisten Patienten schon mit einer Tablette sehr gut einstellen lässt. Hinzu kommt, dass eine Studie mit nur 60 Patienten im Vergleich zu den Erfahrungen von mehreren Millionen Diabetikern nicht aussagekräftig ist.

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