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Medikament: Avandia®

Europa: Verkaufstop von Avandia® gefordert

©Harald Wanetschka/ Pixelio Dem Diabetesmedikament Avandia® mit dem Wirkstoff Rosiglitazon droht aktuell das Ende in Europa. Diabetesgate.de hatte in den letzten Monaten über die Kontroversen der Vergangenheit des Diabetesmedi-kaments berichtet. Die letzte Analyse des US-Senats ergab, dass das Präparat mit über 300 Todesfället Avandia® mit dem Wirkstoff Rosiglitazon droht aktuell das Ende in Europa. Diabetesgate.de hatte in den letzten Monaten über die Kontroversen der Vergangenheit des Diabetesmedikaments berichtet. Die letzte Analyse des US-Senats ergab, dass das Präparat mit über 300 Todesfällenn in den USA (allein in einem Quartal) in Verbindung gebracht wurde. Aktuell fordert nun die britische Gesundheitsbehörde wegen Herzinfarktrisikos den Verkaufsstopp.

Obwohl viele Studien auf die Nebenwirkungen und das Herzinfarktrisiko des Medikaments hingewiesen haben, hatte die US-Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration (FDA) im Juli diesen Jahres keine Verbotsempfehlung für die USA ausgesprochen. Dessen ungeachtet droht jetzt möglicherweise in Europa das Aus für Avandia mit dem Wirkstoff Glitazon, da sich nun auch Großbritannien in die Reihe der Kritiker gestellt hat und einen Verkaufsstopp des umstrittenen Diabetesmedikaments fordert.

Bis zum Jahr 2007 gehörte das Diabetesmedikament zu den größten Umsatzbringern des britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithKline (GSK). Als dann jedoch eine Studie das Ergebnis veröffentlichte, dass Herzprobleme auf die Einnahme des Medikaments zurückzuführen seien, verlor das Medikament rapide an Ansehen. Negative Schlagzeilen über Nebenwirkungen zierten die Frühstückszeitungen und führten dazu, dass das Unternehmen innerhalb von 3 Jahren große Umsatzeinbußen hatte, die Einnahmen vielen von drei Milliarden Dollar im Jahr 2006 auf 1,2 Milliarden Dollar im Jahr 2009. In Deutschland wird das Medikament generell selten verschrieben und dient überwiegend als Ersatzmedikament, wenn zuvor andere Medikamente nicht vertragen wurden oder alleine nicht ausreichten. Der Wirkstoff Glitazon wird hier nur verordnet, wenn das individuelle Risiko für die genannten Nebenwirkungen sehr gering ist und die Vorteile überwiegen. Vor kurzem hatte der Gemeinsame Bundesausschuss das Medikament auch zusammen mit ähnlichen Wirkstoffen aus der Erstattungsliste der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen.

Neue Diskussion um Avandia

Aktueller Anlass der neuen Diskussion rund um das Medikament ist ein Artikel im renommierten Medizinfachblatt "British Medical Journal" sowie eine Mitteilung der britischen Medikamentenaufsicht (MHRA).

Das British Medical Journal veröffentlichte, dass es bereits im Jahr 1999, während des Zulassungsprozesses für den europäischen Markt Hinweise darauf gegeben hätte, dass die Eindeutigkeit für den Nutzen des Medikaments nicht ausreichend belegt gewesen sei. Das Medizinjournal beruft sich dabei auf Quellen der europäischen Zulassungsbehörde EMA ("European Medicines Agency", ehemals Emea). Ein damaliges Mitglied der Behörde Silvio Garattini sowie Direktor des Mario Negri Institute for Pharmacological Research in Bergamo rechtfertigten sich dem Journal gegenüber, dass die damals durchgeführten Studien zu kurz angelegt gewesen seien.

Stoppt Avandia

Auch die britische Gesundheitsbehörde MHRA forderte schon länger, dass das umstrittene Diabetesmedikament wegen möglicher Herzprobleme vom Markt genommen werden soll. Ein Sprecher der Behörde teilte mit, das Medikament habe "keinen Platz mehr auf dem britischen Markt", da die Risiken den Nutzen überwiegen würden. MHRA teilt mit, dass sie ihre Position vor der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA deutlich dargelegt hätten und einen Verkaufsstopp des Medikaments vor dem Expertentreffen am 8. September gefordert hätten. Hier soll die Sicherheit des Medikaments erneut überprüft werden. Bei der nächsten Tagung des Ausschusses für Humanarzneimittel vom 20. bis 23. September in London wird die Zulassungsbehörde ihre Position endgültig vorlegen.

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