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PINGUIN-Studie

Gestationsdiabetes: Die PINGUIN-Studie

Für Frauen, die während einer Schwangerschaft einen Gestationsdiabetes entwickeln, liegt dass Risiko, innerhalb der nächsten drei Jahre einen Typ 2 Diabetes zu entwickeln, bei 61%. Die PINGUIN-Studie beschäftigt sich seit Anfang des Jahres mit der Frage, wie dieses Risiko gesenkt werden kann.

Das Institut für Diabetesforschung München beschäftigt sich bereits seit den 80er Jahren intensiv mit der Thematik der Gestationsdiabetes. In einer Langzeitstudie (Deutsche GDM-Studie) befasste man sich seitdem mit den Faktoren, die für die Entstehung eines Typ-2-Diabetes in Folge eines Schwangerschaftsdiabetes entscheidend sind und der Frage, wie man das Risiko senken kann.

Neue Studie soeben gestartet

Die Erkenntnisse dieser Studie führten neuerdings zu der Überlegung, dass Schwangerschaftsdiabetikerinnen unter Insulintherapie von neuen, prophylaktisch bzw. präventiv einzusetzenden therapeutischen Maßnahmen profitieren könnten. An diesem Punkt kommt die PINGUIN-Studie ins Spiel. Sie ist deutschlandweit die erste Placebo-kontrollierte Präventionsstudie zum Typ-2-Diabetes nach einem Schwangerschaftsdiabetes. Durch die Einnahme des Medikaments Vildagliptin (Galvus®) wird der Abbau des körpereigenen Hormons Glucagon-like-peptide 1 (GLP-1), das für die Insulinausschüttung während der Nahrungsaufnahme zuständig ist, gehemmt, was wiederum zu einem ausgeglichenerem Blutzuckerhaushalt führt.

Neueste Erkenntnisse zu Nutze gemacht

Dabei nutzt man das Wissen aus anderen Studien. Hier wurde nämlich festgestellt, dass vermutlich auch eine Entzündung in der Bauchspeicheldrüse am Entwicklungsprozess eines Typ-2-Diabetes nach Gestationsdiabetes beteiligt ist. Im Tierversuch hatte man festgestellt, dass Vildagliptin diese Entzündung heilen kann. Es ist davon auszugehen, dass Vildagliptin auch bei dieser Hochrisikogruppe der Gestationsdiabetikerinnen eine regenerative Wirkung auf die Insulin produzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse hat.

Diabeteserkrankung verhindern oder zumnidest verzögern

Mit der PINGUIN-Studie soll nun gestestet werden, ob durch Vildagliptin und seine Wirkweise der Ausbruch von Typ-2-Diabetes zu verhindert oder zumindest verzögert werden kann. Vildagliptin steigert nahrungsabhängig die Ausschüttung von Insulin. Außerdem kann Vildagliptin das Sättigungsgefühl positiv beeinflussen und so zu einer Gewichtsabnahme führen. Des weiteren gibt es Hinweise, dass die Funktion der Insulin ausschüttenden ß-Zellen der Bauchspeicheldrüse durch die Einnahme von Vildagliptin längerfristig geschützt werden kann.

Studienteilnehmer gesucht

Die Behandlung mit Vildagliptin ist ganz einfach. Der Wirkstoff muss in Form einer Tablette einmal täglich am Morgen eingenommen werden. Da Vildagliptin nur in Verbindung mit einer Mahlzeit wirkt, ist die Gefahr einer Unterzuckerung verschwindend gering. Mitmachen können alle Schwangerschaftsdiabetikerinnen, die   während ihrer letzten Schwangerschaft einen Insulin pflichtigen Schwangerschaftsdiabetes hatten, nun aber ohne Insulin oder Diät wieder normale Blutzuckerwerte haben. Man muss mindestens 18 Jahre alt sein und vor weniger als sieben Monaten entbunden haben
 
Kontakt:

Interessierte melden sich am Institut für Diabetesforschung bei per Mail an: prevent.diabetes@lrz.uni-muenchen.de
 

Autor: Carolin Bunge

Quelle: PM des Instituts für Diabetesforschung München
www.idw-online.de

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