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Neues Medikament gegen Typ-2-Diabetes

Neues Medikament gegen Typ-2-Diabetes? - Schwedische Forscher arbeiten ohne Insulin

Vor der Gefahr einer epidemischen Ausbreitung von Typ-2-Diabetes wird besonders in Europa und den Vereinigten Staaten seit längerer Zeit gewarnt. Aufgrund von kalorienreicher Ernährung und mangelnder Bewegung ist die sogenannte „Wohlstandskrankheit“ hier seit Jahren auf dem Vormarsch. Mittlerweile scheint die Gefahr erkannt und weltweit wird mit Sorge auf die erschreckende Entwicklung geschaut. Gesundheitsprogramme und Präventionsmaßnahmen werden überall aus dem Boden gestampft, Politik und Gesellschaft befassen sich immer häufiger mit dem Thema Typ-2-Diabetes.

Genau in diese Zeit der extremen Aufruhr um dieses Thema platzt eine Nachricht, welche die Problematik Typ-2-Diabetes schnell und einfach lösen könnte, wenn sie sich denn bewahrheitet: Schwedische Forscher scheinen auf der Spur eines Medikamentes sein, welches die Zivilisationskrankheit heilen soll.

Charakteristikum Typ-2-Diabetes

Bei der Typ-2-Diabeteserkrankung kommt es zu einer massiven Beeinflussung des körpereigenen Zucker- und Fettstoffwechsels.  Ausgelöst wird dies sowohl durch eine gestörte Produktion des Hormons Insulin, als auch durch eine veränderte physiologische Reaktion des Körpers auf Insulin, wie z.B. eine Insulinresistenz. Da das Hormon Insulin für den geregelten Abbau von Glucose im Körper zuständig ist, kommt es aufgrund der Erkrankung zu einer reduzierten Absorption von Zucker in die Zellen, die das Körperfett- und Muskelgewebe formen.

Der Schwedische Ansatz

Forscher des Schwedischen Karolinska Instititutet haben in einer EU-subventionierten Studie versucht, im Hinblick auf eine Behandlung von Typ-2-Diabetes neue Wege zu gehen. Anstelle der ansonsten üblichen Suche nach Wirkstoffen, welche auf der Basis von Insulin agieren, haben die Forscher ein Medikament entwickelt, dass auf die Rezeptoren bestimmter Muskelzellen wirkt. Diese Wirkung steigert die Stoffwechselprozesse genauso wie die Absorption der Glukose in den Zellen, was besonders bei der Behandlung von insulinresistenten Patienten sehr vielversprechend sein dürfte.

Neuer Wirkstoff agiert auf Muskelzellbasis

Das Augenmerk der Forscher liegt auf den sogenannten PFAARä (Peroxisome Profilerators-Activated Delta Receptors)-Rezeptoren, die für die Regulierung des Zellstoffwechsels und die Energieproduktion verantwortlich sind. Bis zum aktuellen Zeitpunkt konnten sie beweisen, dass durch die Behandlung mit den Wirkstoffen GW501516 und GW0742 die Absorption von Zucker in den Muskelzellen gesteigert werden kann. Durch das Wirkungsgebiet in den Muskelzellen wäre solch ein Medikament  also besonders für  insulinresistente Patienten eine bahnbrechende Entwicklung. "Das von uns entwickelte PFAARä-Medikament hat einen direkten Einfluss auf die Muskelzellen und agiert unabhängig vom Insulin-Stoffwechsel. Eine mögliche Ineffizienz des Medikaments aufgrund der Insulinabstumpfung des Patienten ist somit nicht gegeben", resümiert auch die Forschungsleiterin Anna Krook.

Entwicklung erst in den Anfängen

Was sich so vielversprechend anhört, befindet sich allerdings erst in der frühen Forschungsphase. So planen die Forscher nun vorerst Studien und Test mit Patienten, um die Wirksamkeit auch am Menschen zu beweisen. Sollten sich hier Behandlungserfolge einstellen, zeigt man sich optimistisch im Hinblick auf eine baldige Entwicklung eines wirksamen Medikamentes gegen die Volkskrankheit Diabetes Typ-2.

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