Erstellt am: 02.04.2004
Letzte Änderung am: 02.04.2004
Der Deutsche Schmerztag 2004 in Frankfurt a. M. befasste sich mit den Schwerpunktthemen Kopf-, Gesichts- und Nervenschäden, sowie der Palliativmedizin. Im Rahmen der Veranstaltung wurde der alljährliche Deutsche Schmerzpreis 2004 verliehen. Geehrt wurde Prof. Dr. Eberhard Klaschik. Er ist Inhaber des ersten Lehrstuhls für Palliativmedizin, Leiter des Zentrums für Palliativmedizin am Malteser-Krankenhaus Bonn-Hardtberg und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.Retard-Opioide verstärkt einsetzten
Die Veranstaltung gab zudem Anstoß den Einsatz von Retard-Opiod-Präparaten in der Beandlung von Schmerzpatienten neu zu überdenken. „Opioide müssen in der Zukunft bei Nervenschmerzen eine wesentliche Rolle spielen“, lautete das Fazit der teilnehmenden Experten. Opioide hemmen die Weiterleitung der Schmerzen an das Gehirn. Retardierte Opioide werden langsam und gleichmäßig an den Körper abgegeben. Dies ermöglicht eine schnellere und effektivere Therapie des Patienten.
Vielseitig einsetztbar
Zum Einsatz kommen Opioide bei der Behandlung von Tumorpatienten, Osteoporose, Arthritis und starken neuropathischen Störungen, wie sie bei einer Gürtelrose oder diabetischer Polyneuropathie auftreten. Anzeichen für eine Erkrankung sind Fehlempfindungen, Überempfindlichkeit gegenüber Berührungen, und attackenförmige Schmerzen. Betroffen sind etwa 60 bis 80 Prozent nach Amputationen, 20 Prozent der Patienten nach einer Operation und 33 Prozent aller Diabetiker. In Folge einer Diabeteserkrankung kann es zu einer Unterversorgung der feinen Blutgefäße in Armen und Beinen kommen. Die peripheren Nerven werden geschädigt. Die langwirksamen retardierenden Opioid-Präparate konnten nachweislich nicht nur die Schmerzen der Betroffenen, sondern auch Nebenwirkungen wie Übelkeit, Müdigkeit und Schlappheit reduzieren.
Optimale Schmerzreduktion
Der Grund ist die geringe Plasmaeiweißbindung, welches die Konkurrenz um Bindungsplätze an ein bestimmtes Transporteiweiß im Blut verringert. Der Wirkstoff Oxycodon bindet an spezifischen Opiat-Rezeptoren der Nervenzellen. Die Bindung löst letztendlich die Blockade des Calcium- Kanales aus. Der Einstrom der zur Schmerzweiterleitung benötigten Calcium-Ionen in die Nervenzelle wird verhindert. Zudem werden retardierte Opioid-Präparate in einem anderen Enzymsystem abgebaut. Andere Medikamente werden in ihrer Wirkung nicht beeinflusst und Wechselwirkungen minimiert. Ein weiteres Plus ist, dass beim Abbau von Opioiden keine aktiven Metabolite entstehen, welche bei eingeschränkter Funktion von Niere und Leber zu Komplikationen führen kann. Somit ist eine Opioid-Behandlung auch bei Patienten mit Organschäden möglich.
Der Einsatz von Opioiden findet nach Ansicht der Experten zu selten und in zu niedriger Dosierung statt. Prof. Eberhard Klschnik macht u.a. die unzureichende medizinische Ausbildung und mangelndes Interesse verantwortlich. „Unser Gesundheitssystem orientiert sich am Machbaren und an der Heilung. Schwerstkranke und sterbende Menschen wurden dabei meist vernachlässigt“, so Prof. Klaschnik.
Autor: Steffi Dörries
Quelle:
Pressemitteilung Mundipharma GmbH & Co. KG
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