Erstellt am: 09.02.2003
Letzte Änderung am: 13.03.2004
Bei Zöliakie (auch Sprue genannt) kommt es zu einer chronischen Entzündung des Dünndarms, weil die Betroffenen das Eiweiß Gluten aus den Getreidesorten Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel und Grünkern nicht vertragen. Die Berliner Kinderärztin Dr. Olga Kordonouri hat nun ein neues, schnelleres und günstigeres Testverfahren entwickelt, eine Diagnose mittels Transglutaminase-Antikörper. Zöliakie kommt bei Kindern mit Typ-1-Diabetes häufiger vor als bei Nicht-Diabetikern, daher wurden die Untersuchungen der Berliner Universitätsklinik maßgeblich von der Stiftung "Das zuckerkranke Kind" unterstützt. Sowohl bei Diabetes wie auch bei Zöliakie liegt eine Störung der körpereigenen Abwehr (Autoimmunerkrankung) vor. Das Abwehrsystem richtet sich gegen den eigenen Organismus. Italienische Wissenschaftler fanden heraus, dass rund sechs Prozent aller Menschen mit Typ-1-Diabetes und zwei Prozent ihrer Verwandten ersten Grades eine Veranlagung zur Zöliakie haben.
Eine wirkungsvolle Therapie gegen Zöliakie ist der Verzicht auf die beschwerdeauslösenden Getreidesorten und die daraus hergestellten Produkte. Verwendet werden dürfen aber die Getreide Mais, Reis, Hirse, Amaranth, Quinoa (Inkaweizen), Buchweizen oder Produkte daraus. Wird gegen die Zöliakie nichts unternommen, verkümmern Teile der Darmschleimhaut, die so genannten Darmzotten. Dadurch kann es zu einer massiven Unterversorgung mit vielen Nährstoffen kommen. Vor allem Eiweiß, Eisen, Kalzium, Zink, aber auch Vitamine und Spurenelemente werden vom Körper nicht mehr ausreichend aufgenommen. Im schlimmsten Fall kann das zu allgemeiner Unterernährung, Blutarmut (Anämie), Knochenschwund (Osteoporose), Rachitis und bei Kindern zu Minderwuchs führen.
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Autor: Redaktion
Quelle: Diabetiker Ratgeber, November 2001, S. 10