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Kaffeekonsum gegen Diabetes

Diabetesrisiko mit Kaffeegenuss senken

© birgitH/ pixelio Lange Zeit genoss das dunkle Gebräu einen schlechten Ruf. Die einseitige Betrachtung: Kaffee entziehe dem Körper Wasser, sei schlecht für den Magen oder strapaziere Herz und Gefäße. Das gehört nun der Vergangenheit an, da immer mehr Vorzüge des Wachmachers Nr. 1 belegt werden. Ob zur Konzentrations- oder Leistungssteigerung, ob gegen Kopfschmerzen, Verdauungs-beschwerden oder Herzschmerzen: Kaffee wird heute als vielseitiges Mittel eingesetzt. Warum er auch für Diabetiker interessant sein könnte, haben verschiedene Studien belegt.

Für die meisten Deutschen ist ein Frühstück ohne Kaffee undenkbar. Die Beliebtheit des Wachmachers ist zweifelsohne mit der belebenden Wirkung des Koffeins für den Kreislauf zu erklären. Eine Kaffeebohne enthält zwischen 0,8% und 2,5% Koffein.
So wie der Kaffeekonsum im Laufe der Zeit ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur geworden ist, ist jedoch erschreckenderweise der Diabetes mellitus ebenfalls zu einem festen Bestandteil geworden. Die steigende Zahl der Diabetiker in Deutschland, wie auch weltweit hat dazugeführt, dass sich immer mehr Studien mit dem Lifestyle der Bürger beschäftigen. Bewegungs- und Ernährungsverhalten sowie tägliche Genussfaktoren, wozu gewiss der Kaffeeekonsum zählt, werden dabei besonders unter die Lupe genommen.

Mit dem Lieblingsgetränk gegen Diabetes

Ca. 320 Millionen Tassen Kaffee trinken die Deutschen am Tag. Bereits drei bis vier Tassen täglich sollen nun das Risiko, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken, reduzieren. So lautet das erfreuliche Ergebnis einer Studie aus Australien. Und auch eine Studie aus den Niederlanden, mit 38.000 Probanden, bestätigt, dass der tägliche Genuss von mindestens drei Tassen Kaffee oder Tee das Risiko für einen Typ-2-Diabetes um 42% senke.

Die australischen Forscher der Universität Sydney haben in einer Analyse von 18 Studien, mit insgesamt 457.922 Probanden, gezeigt, dass bereits eine Tasse Kaffee täglich das Diabetesrisiko um sieben Prozent verringert. Die Ergebnisauswertung ergab, dass diejenigen, die drei von vier Bechern am Tag tranken, ein ungefähr 25 Prozent geringeres Risiko hatten an Diabetes zu erkranken, als diejenigen, die keine oder bis zwei Tassen Kaffee am Tag tranken. Die Studie zeigt darüber hinaus, dass auch der Verzehr von entkoffeiniertem Kaffee oder Tee zu einem geringeren Diabetesrisiko betragen können. Bei Probanden, die mehr als drei Tassen entkoffeinierten Kaffee am Tag tranken, reduzierte sich das Risiko um ein Drittel gegenüber den nicht Kaffeetrinkern. Diese Ergebnisse lassen darauf schließen, dass der positive Schutzeffekt des Kaffeees nicht allein auf das Koffein zurückzuführen ist. Es wird vermutet, dass andere Inhaltsstoffe wie beispielsweise Magnesium, Antioxidationsmittel auch eine wichtige Rolle spielen.

Hoorn-Studie: Insulinempfindlichkeit steigt, Diabetesrisiko sinkt

Ähnliche Resultate lieferte auch die Hoorn-Studie aus den Niederlanden. Es wurde festgestellt, dass durch einen dauerhaften Kaffeekonsum die Insulinempfindlichkeit steigt und damit das Risiko für die Entwicklung eines Prä-Diabetes oder Typ-2-Diabetes sinkt. Die Studie ergab aber auch, dass ein kurzfristiger "hochdosierter" Kaffeekonsum auf der einen Seite wiederum zu einer Verschlechterung der Insulinempfindlichkeit führen kann und auf der anderen Seite zu einem Anstieg des postprandialen (nach einer Mahlzeit) Blutzuckers führt. Bei latentem Kaffeekonsum verschwinden jedoch offenbar diese Nachwirkungen.
Kaffee besitzt viele bioaktive Substanzen (Phenole), die blutzuckersenkende Effekte haben. Auch entstehen beim Rösten des Kaffees Stoffe, die eine Verbesserung der Insulinsensitivität auslösen. Die Forscher der Hoorn Studie erklären somit die Verminderung des Diabetesrisikos mit der verbesserten Insulinsensitivität infolge des Kaffeegenusses.

Der präventive Einfluss von Kaffee wurde mehrfach belegt. Abzuwarten bleibt jetzt, was das für die Diabetesforschung zukünftig bedeutet. Wenn genau die Bestandteile von Kaffee oder Tee herausgefiltert werden können, die den positiven Schutzeffekt hervorrufen, dann würde das neue therapeutische Möglichkeiten eröffnen, um präventiv gegen Diabetes vorzugehen.

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