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Schönkost

Buchtipp: Schönkost

Schönkost von Hans Lauber "Schönkost" heißt das neueste Werk des Lifestyle-Spezialisten Hans Lauber. Wie so viele andere verspricht auch dieses Buch "straffe Haut", "schöne Haare" und "schlanke Hüften". Allerdings predigt der Autor nicht nur Wasser, sondern auch ein gutes Gläschen Wein oder Bier zum Essen. Frei nach dem Motto "Schmeckt gut - tut gut".

Außerdem sollen Bergkäse, Brathähnchen, Oliven und Gugelhupf auf den Tisch, aber bitte nicht als so genannte "Light-Produkte". Moment, und davon soll man abnehmen? Ja, das auch, aber in erster Linie soll man "schöner essen". Wie das zusammen funktioniert, erklärt der Autor ausführlich und mit dem ihm eigenen Humor auf 256 kunstvoll bebilderten Seiten. Bei Laubers Werk handelt es sich jedoch nicht um ein simples Kochbuch, sondern um eine gut recherchierte Mischung aus Ernährungsratgeber, Reportage, Gourmetkochbuch und eine Liebeserklärung an die heimische Küche in Zeiten der Fast-Food-Globalisierung.

Ausgefallene Rezepte und stilvolle Varianten: Kochen mit "Schönkost"

Dass "Schönkost" kein Kochbuch ist, zeigt sich unter anderem darin, dass toll gestaltete Rezeptteil "nur" knappe hundert Seiten umfasst. Diese Rezepte haben es dafür aber in sich: Der Gugelhupf kommt noch vertraut daher, die Aroma-Spieße aus Rebhuhnessenz, Zitronenkräutern und mexikanischen Vanilleschoten sind wohl doch eher etwas für Freunde der fortgeschrittenen Kochkunst. Doch auch weniger abenteuerlustige Hobbyköche können mit "Schönkost" auf den Geschmack kommen: Es gibt Rouladen mit sauren Gürkchen, Sellerie-Gnocchi, Forelle mit Kräutern oder einfach Rührei mit Dinkel- und Bockshornklee-Keimlingen zu entdecken. Weil das auf den ersten Blick nicht "schlank", sondern "lecker" klingt, erklärt Hans Lauber im Vorfeld detailliert, spritzig und sehr phantasievoll die Zusammenhänge zwischen "lecker" und "schön".

Schöner Laufen

"Auch wenn Sie noch so klug essen, um eines kommen Sie nicht herum: um Bewegung." Man hatte es ja geahnt: Auch wenn die Küche noch so ökologisch, frisch und regional ist, müssen Figurbewusste verzichten. Oder doch nicht?  Lauber meint dazu, dass "realistischerweise langfristig nur zwei Möglichkeiten bleiben: sich nicht bewegen - und dafür kaum was essen. Oder in die Gänge kommen und sich dafür am Ende mit Freude an den Tisch setzen." Was "in die Gänge kommen" bedeutet, hat der Autor bereits mit seinem Ratgeber "Fit wie ein Diabetiker" gezeigt: Lauber selbst ist begeisterter Jogger, aber Rad fahren, schwimmen und Nordic Walking gelten natürlich auch.

Klüger essen

In der Auswahl und Analyse seiner Zutaten ist Lauber so phantasievoll wie penibel: "Gänseblümchen sind essbar?" "Ja, Herr Professor", allerdings nur, wenn sie nicht schon mit der Chemiekeule bearbeitet wurden und auch Hühnerfleisch betrachtet Lauber als empfehlenswertes, aber kritisches Naturprodukt. Dem Thema "artgerechte Tierhaltung" versus "Legebatterien" ist sogar ein Seiten füllendes Bilderrätsel gewidmet. Grundsätzlich möchte Lauber seine Leser zu aufgeklärten Verbrauchern machen. Wie das Prinzip funktioniert, ist schnell erklärt: regional, saisonal, biologisch, ökologisch, sportlich und genießerisch sollen die engagierten Hobbyköche ihre Zutaten auswählen und verarbeiten. Wie das wiederum funktioniert, erklärt Lauber ausführlich in kurzweiligen Hintergrundinformationen: Etwa zum Thema "Was hat Ökologie mit Heimat zu tun?". Ein spießiger Titel für ein spannendes Thema, denn der rot glänzende Bio-Apfel aus dem Discounter kann es in Sachen Gesundheit und Schönkost lange nicht mit den ursprünglichen, echten Bio-Sorten aus dem regionalen ökologischen Landbau aufnehmen und das schmeckt man.

Vital, schön und schlank: Welches Nahrungsmittel kann was?

Damit bei der Informationsdichte nicht die Übersichtlichkeit verloren geht, hat Hans Lauber den so genannten "Funktionellen Faktor" entwickelt: Zu jeder Lebensmittelgruppe werden "Schön-", "Schlank-" und "Vital-Faktor" angegeben. Je nachdem, wie hoch oder niedrig der ausfällt, weiß der Leser, was welches Nahrungsmittel seinem Körper bieten kann. Egal ob Zitrusfrüchte, Bittergurken, Mandeln oder Laubers wunderbarer Kräutergarten - zusammen genommen und regelmäßig verzehrt versprechen sie alle ein Leben, dass schöner, schlanker  und natürlich länger glücklich ist. Und weil Lauber nicht Lauber wäre, wenn es nicht auch ein bisschen um "die schönste Sacher der Welt" ginge, sind sechs Seiten dem Thema "natürlich schöner lieben" gewidmet. Getreu dem Motto "Liebe geht durch den Magen" werden hier Nahrungsmittel und Rezepte mit aphrodiserender Wirkung vorgestellt. Ein weiterer Beweis dafür, dass es bei Laubers "Schönkost" nicht um eine geschickt verpackte Diätmethode, sondern wirklich um schöneres Leben mit schönerem Essen geht.


Weitere Informationen gibt es auf den Webseiten
www.schoenkost.de und www.lauber-methode.de

29,80 €
256 Seiten
Hardcover
23 x 26,5 cm
ISBN: 978-3-87409-451-1

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