Erstellt am: 28.04.2009
Letzte Änderung am: 28.04.2009
Der tägliche Glucosebedarf eines erwachsenen Menschen liegt bei rund 160 g. Davon werden 120 g für die Hirntätigkeit genutzt. Die Menge an Glycogen (Stärke), die im Körper gespeichert ist, beträgt etwa 400 bis 450 g. Davon sind etwa zwei Drittel in der Muskulatur gespeichert und rund ein Drittel in der Leber. Die verfügbare Menge an Glucose (Blutzucker) im Blut entspricht etwa 90 Milligramm pro 100 Milliliter.
Die roten Blutkörperchen sind vollständig auf die Zufuhr von Glucose angewiesen, da sie die einzigen menschlichen Zellen ohne Mitochondrien sind. Sie müssen ihre gesamte Energie mit Hilfe der Glycolyse decken. Das Gehirn bezieht seinen hohen Bedarf an schnell verfügbarer Energie in Form von Glucose. Das ist der Grund dafür, dass bei kurzfristigen Hungerperioden die Synthese von Glucose einsetzt. Diesen Vorgang bezeichnet man als Gluconeogenese und er findet insbesondere in der Leber und in der Nierenrinde statt. Seltener spielt dieser Prozess sich auch im Gehirn, Skelett- oder im Herzmuskel ab. Durch den Aufbau von Glucose in der Gluconeogenese sinkt der Glucosespiegel nie unter 60 Milligramm pro Deziliter. Pro Tag können auf diese Weise etwa 180 bis 200 g Glucose gebildet werden.
Bei Typ-2-Diabetikern ist die erhöhte, körpereigene Traubenzuckerbildung in der Leber (Gluconeogenese) ein weiterer Faktor im Krankheitsgeschehen. Durch die fehlende Insulinsensitivität kann der Botenstoff Insulin dem Blutzucker nicht dazu verhelfen, dass er in die Körperzellen gelangt. Das Hormon Glucagon, das durch die Steigerung der Zuckerneubildung den Zuckerspiegel anhebt, wird vermehrt als Antwort auf den Zuckerbedarf in den Körperzellen gebildet. Auch Stresshormone wie Katecholamine und Glucocorticoide - daher der Name - steigern die Gluconeogenese.
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