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Volleyball und Diabetes

Maren Brinker: Volleyball und Diabetes

Maren Brinker ist eine deutsche Volleyball-Nationalspielerin und zurzeit beim USC Münster unter Vertrag. Was kaum einer weiß: Seit dem Jahr 2002 ist die Spitzensportlerin an Typ-1-Diabetes erkrankt. Dies hindert sie jedoch weder an der Ausübung ihres Sports noch am Studieren.

Maren Brinker ist 23 Jahre alt und hat einen ziemlich straffen Tagesablauf. Neben der Uni, arbeitet sie nämlich zusätzlich an ihren sportlichen Erfolgen. Das Klischee vom Bummelstudenten erfüllt Brinker nicht: In den grauen Morgenstunden stemmt sie täglich Gewichte, verbessert ihre Ausdauer und die Technik. Wenn zwischen 8 und 9 Uhr die ersten Seminare beginnen, sitzt die Lehramtsstudentin ebenso pünktlich wie ihre Kommilitonen im Hörsaal und büffelt für ihr erstes Staatsexamen. Nach den Vorlesungen hat sie jedoch noch lange nicht frei, erst muss sie das zweistündige Taktiktraining mit ihrer Mannschaft hinter sich bringen. Während andere nach einem solchen Tag höchstens noch ins Bett fallen würden, trifft Brinker nach Feierabend noch Freunde, geht ins Kino oder lernt.

Diagnose „Diabetes“ ein Schock

Zwischendurch muss die Volleyballspielerin seit einigen Jahren 5 bis 6-mal pro Tag ihre Blutzuckerwerte messen und Insulin spritzen. Fehler oder Faulheit kann sich die 23-jährige dabei nicht leisten, denn mit den Blutzuckerwerten steht und fällt ihre Leistungsfähigkeit. Inzwischen gehen ihr die kleinen Extras des Diabetiker-Alltags – Messen, Spritzen und BE berechnen – leicht von der Hand, doch das war nicht immer so.  Im Jahr 2002 war Brinker gerade in das Jugendteam der Nationalauswahl aufgenommen worden und die Chance auf die Europameisterschaften zum Greifen nahe gerückt. Doch plötzlich baute die damals 16-jährige körperlich rapide ab: ständiges Durstgefühl und dramatischer Gewichtsverlust. Bei einer Körpergröße von 1,86 wog die Sportlerin am Ende nur noch  48 Kilogramm. Ein Arztbesuch brachte schließlich Gewissheit: Bei Brinker wurde ein Typ-1-Diabetes diagnostiziert und sie würde sich fortan Insulin spritzen müssen.

Kämpfen für den Sieg

Auf den Schock folgte eine Phase der Unsicherheit: Würde sie es schaffen ihren Diabetes selbstständig zu managen? Würde sie den Leistungssport jetzt aufgeben müssen? Innerhalb weniger Wochen überwand Brinker ihre Angst vor dem Spritzen und verbesserte ihre Blutzuckerwerte mit Hilfe ihres Diabetologen. „Der Diabetes schien mir handhabbar, wenn alle mithelfen“, so Brinker über die erste Zeit nach der Diagnose. Während Sportlerin ihr Diabetes-Management perfektionierte und das Volleyball-Training wieder aufnahm, stellte die Mutter die Ernährungsgewohnheiten der Familie um. Brinkers Vater klärte Lehrer und Mitschüler über die Erkrankung seiner Tochter auf und ihre Freunde unterstützten sie. Auch die Befürchtung ihre Position im Spitzensport zu verlieren bewahrheitete sich nicht: Maren Brinker konnte dank ihrer guten Blutzucker-Einstellung weiter in der Jugend-Nationalmannschaft spielen. Auf dem Spielfeld behindert sie der Diabetes heute kaum noch: Sie geht meist mit einem hohen Blutzuckerwert von 200 in Spiel und misst während der Pausen mehrfach ihre Werte. Von ihren Gegnerinnen ist sie noch nie auf ihre Utensilien angesprochen worden, weil diese ihr Messgerät meist für ein Musikgerät halten.

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