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Vorsorgeuntersuchung

Diabetes-Prävention integriert in hausärztliche Vorsorgeuntersuchung

©Günter Havlena/ pixelio Jedes Jahr lautet für mehr Menschen die Diagnose „Diabetes mellitus“. Zurzeit sind in Deutschland ca. 5 Millionen registrierte Diabetiker bekannt. Die Dunkelziffer liegt weitaus höher. Die Krankheit tritt erst allmählich auf und wird deshalb meist spät erkannt. Zu diesem Zeitpunkt sind oftmals schon Endorganschäden aufgetreten. Darum schlagen Deutsche Diabetesforscher seit längerer Zeit vor, den Diabetes-Risiko-Test in die hausärztliche Vorsorgeuntersuchung mit aufzunehmen.

Diabetes ist die Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts. Gerade die Zahl der Jugendlichen mit dem sogenannten Alterszucker, dem Typ-2 Diabetes, steigt rapide. Häufig ist die frühzeitige Erkrankung auf eine ungesunde Lebensweise - gepaart mit starkem Übergewicht - zurückzuführen. Mit zunehmendem Alter nimmt das Risiko an einem Diabetes Typ-2 zu erkranken weiter zu.
Die Deutsche Diabetes Stiftung (DDS) merkt regelmäßig an, dass die Bevölkerung im Bezug auf die Ursachen und Entstehung der Krankheit und deren Spätfolgen mehr sensibilisiert werden müsste. Eine gesunde, fettarme und ausgewogene Ernährung sowie der Erhalt eines normalen Körpergewichts in Kombination mit regelmäßiger körperlicher Bewegung von wenigstens 30 Minuten pro Tag sind Vorkehrungen zur Vorbeugung vor Diabetes, die den Risikogruppen bewusst gemacht werden müssten.


Kampf dem Diabetes

Das A und O bei den Präventionsmaßnahmen bleibt die eigene Einstellung gegenüber einer gesunden Lebensweise, die eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung voraussetzt. Zuckerhaltige Getränke oder Süßspeisen sowie Fastfood im Überfluss gehören definitiv nicht dazu.
Dass aber nicht jeder Typ-2 Diabetes selbstverschuldet ist, haben die Forscher längst herausgefunden. Sind in der Familie Oma, Opa, Mutter oder Tante erkrankt, ist das persönliche Risiko ebenfalls zuckerkrank zu werden erhöht. Die Gene spielen hier eine tragende Rolle. Hat beispielsweise bereits ein Elternteil Typ-2 Diabetes, liegt das Diabetes-Risiko des Kindes bei etwa 40 Prozent. Sind beide Elternteile betroffen, verdoppelt sich das Risiko. 
Diabetesgate.de hatte bereits im März über die Ergebnisse zweier internationalen Studien berichtet, die neue genetische Varianten gefunden haben, die zur Entstehung von Diabetes Typ-2 beitragen.

Das große Leid durch Folgeschäden

Besonders schlimm bei der Zuckerkrankheit sind die vielen Folgeerkrankungen. Ziel sollte es deshalb sein, gerade diesen vorzubeugen. Herzinfarkte, Schlaganfälle, Augen- oder Nierenerkrankungen sowie Nervenschädigungen oder der diabetische Fuß können Spätfolgen sein, wenn der erhöhte Blutzucker zu spät entdeckt wird. Wird die Krankheit aber rechtzeitig erkannt, können schwere Folgeschäden durch gezielte präventive oder therapeutische Maßnahmen verhindert oder zumindest hinauszögert werden. Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung und die deutsche Diabetesorganisation diabetesDE weisen daraufhin, dass die frühzeitige Erkennung der Zuckerkrankheit wesentlich dazu beitragen kann, viel persönliches Leid zu verhindern.

Diabetes-Risiko-Test als hausärztliche Vorsorgeuntersuchung

Um den Diabetes mellitus frühzeitig zu entdecken, schlagen deutsche Forscher um Hans-Georg Joost, wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) und Vorstand Wissenschaft von diabetesDE vor, den durch den Einschluss einer Blutzuckeruntersuchung erweiterten Deutschen Diabetes-Risiko-Test in das bestehende System der hausärztlichen Vorsorgeuntersuchungen einzubinden und gleichzeitig zur quantitativen Erfolgskontrolle von Präventions- und Therapiemaßnahmen zu nutzen. 

Hans-Georg Joost und sein Team halten Präventionsmaßnahmen bei nicht definierten Risikopersonen für wenig zweckmäßig und auch zu teuer. Sie fordern stattdessen, dass das individuelle Risikoprofil möglichst exakt bestimmt werden und daran angepasst eine ärztliche ausgerichtete Patientenberatung stattfinden soll. Er sagt: „Die Anwendung des Deutschen Diabetes-Risiko-Tests […] würde es Allgemeinmedizinern erlauben, das Risikoprofil einer Person ab dem 35. Lebensjahr einfach, kostengünstig und dennoch sehr präzise zu bestimmen.“, außerdem  hebt er hervor, dass sich so die Präventionsmaßnahme sinnvoll auf die Gruppe der Hochrisikopersonen begrenzen ließe. Ebenso sei der Test für eine anschließende, quantitative Erfolgskontrolle nutzbar.

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