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Tipps für einen gesunden Sommer

Was Diabetiker in heißen Sommermonaten beachten müssen

© Rolf Handke/ pixelio Die Sonne lief im diesjährigen Juli zur Höchstleistung auf. Ein Hoch hatte die heiße Luft aus Südeuropa nach Deutschland gelenkt und für Extremwetter gesorgt. Trotz wolkenlosem Himmel werfen solch extrem sonnigen Zeiten auch einige Schatten, gerade aus gesundheitlichen Aspekten. Während gesunde Erwachsene lediglich auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten müssen, leiden viele Menschen mit gesundheitlichen Problemen unter solch einer Hitzewelle erheblich. Zu der Risikogruppe gehören dabei auch Diabetiker.

Ob Unterzuckerungen, Durchfälle und andere Schwierigkeiten, die den Stoffwechsel oder das Herz in Schwierigkeiten bringen –vielfältig kann die Hitze Diabetes-Patienten zu schaffen machen. Im Augenblick macht der Sommer Halt, gibt Zeit zum aufatmen, ehe er im August womöglich mit einer neuen Welle auf uns zurollt. Diese sommerliche Verschnaufpause bietet die Möglichkeit, über Strategien nachzudenken, sollten die Temperaturen bald wieder über 30° Celsius klettern.

Trinken, trinken, trinken   

Ob im Urlaub oder daheim - hochsommerliche Temperaturen belasten den Körper, vor allem weil sie ihn austrocknen. Das kann schnell gefährlich werden, da zum Beispiel beim Schwitzen mit der Flüssigkeit auch wichtige Mineralien wie Calcium, Magnesium, Natrium und Kalium ausgespült werden. Die Gefahr der Austrocknung (Dehydratation) ist vor allem bei einem schlecht eingestelltem Diabetes groß. Zum Wasserverlust durch das Schwitzen kommt dann die erhöhte Ausscheidung von Flüssigkeit über die Nieren hinzu. Entsprechend ist in den vergangenen Wochen der Anteil an Patienten gestiegen, die mit Kreislaufproblemen, dehydriert oder kollabiert notfallmedizinisch behandelt werden mussten. Ärzte raten deshalb verstärkt: trinken, trinken, trinken – und dies auch ohne Durstgefühl. Hochwertige Mineralwässer und mineralstoffreiche Lebensmittel können die verlorenen Körpersalze gut ersetzen. Außerdem bietet jede gut sortierte Apotheke Elektrolyt-Präparate an. Diese Medikamente gleichen starke Salzverluste z.B. wegen Durchfall aus. Die sogenannten isotonischen Getränke hingegen sollten Diabetiker wegen des oft hohen Zuckergehalts nur mit Vorsicht genießen.

Das Essen nicht vergessen

Temperaturen jenseits der 30° Celsius Marke bewirken ein vermindertes Hungergefühl. Diese Körperreaktion steigert bei Diabetikern das Risiko einer Unterzuckerung (Hypoglykämie). Das gilt vor allem für Patienten, die mit Mischinsulinen oder bestimmten blutzuckersenkenden Tabletten therapiert werden und aufgrund des mangelnden Hungergefühls ihren Ernährungsplan nicht einhalten. Doch auch mit wenig Hunger kann Essen Spaß machen. Die erforderlichen Kohlenhydrate können beispielsweise in Form von sommerlich-leichter Kost eingenommen werden. Auf dem Speiseplan können dann Pellkartoffeln mit Quark oder eine Fruchtkaltschale stehen. Für Abkühlung und Genuss sorgen ein frischer Salat dazu oder ein Stück kühle Wassermelone zwischendurch. Doch Vorsicht: aufgrund von grassierenden Magen-Darm-Infekten, die den Stoffwechsel entgleisen lassen können, empfiehlt es sich, in der heißen Jahreszeit noch mehr als sonst auf sorgfältige Hygiene bei der Nahrungsmittelzubereitung zu achten und zubereitete Speisen nicht zu lange aufzubewahren. Da als das häufigste Symptom bei Hitze bedingten Unterzuckerungen das Schwitzen auftritt, das wiederum wegen der hohen Temperaturen als Warnsignal des Körpers nicht sofort wahrgenommen wird, sind häufigere Blutzuckermessungen ratsam.


Medikamente: besondere Umstände, besondere Maßnahmen 

Bei vielen Medikamenten sind Lagertemperaturen unter 25°Celsius vorgeschrieben. Badezimmer und Küche als beliebte Orte zur Lagerung von Medikamentenvorräten sind in der Sommerzeit ungeeignet, da in diesen Räumen häufig zu hohe Temperaturen herrschen. Insulin beispielsweise sollte unbedingt im Kühlschrank gelagert werden. Dies gilt unter Umständen auch für das aktuell verwendete Insulin, das aber rechtzeitig vor der Anwendung herausgeholt werden sollte. Insulinpumpenträger, die einen sehr geringen Insulinbedarf aufweisen, sollten die letzten Einheiten verwerfen oder die Kartuschen nicht vollständig befüllen. Ferner kann es für herzkranke Diabetiker während der Hitzeperiode sinnvoll sein, Blutdruck-Medikamente anders zu dosieren. Die genaue Dosisanpassung für z. B. Betablocker und Diuretika sollten die Patienten mit ihrem behandelnden Arzt absprechen. 

In der Ruhe und Abkühlung liegt die Kraft

Ältere Menschen und Urlauber sollten sich, dem Beispiel der Südländer folgend, genügend Zeit für eine Siesta am Nachmittag nehmen. Die Hitze strapaziert den Organismus, vor allem wenn der Körper sich nachts nicht ausreichend erholen kann. Neben seiner regenerativen Wirkung, hebt das tägliche Ruhestündchen die Stimmung und beugt somit Depressionen vor, für die Diabetiker ein höheres Risiko haben. Menschen, die aufgrund hoher Temperaturen Schwierigkeiten beim Einschlafen haben, können mit Abkühlung wahre Wunder bewirken.  Als erprobt gilt dabei kaltes oder kühles Wasser, das man über die Innenseite der Handgelenke laufen lässt. Auch ein kaltes Unterarmbad, eine Dusche oder feuchtes Hand- oder Geschirrtuch, das in den Nacken gelegt wird, bringen die ersehnte Erfrischung. Auch Fußbäder wirken angenehm kühlend. Patienten mit diabetischem Fußsyndrom wird jedoch zur Rücksprache mit dem Arzt geraten. Besondere Vorsicht gilt hingegen beim berühmten Kälteschock, so beispielsweise durch einen Sprung ins kalte Wasser. Lebensgefahr besteht dabei für Diabetiker mit einer koronaren Herzerkrankung, da der plötzliche Kältereiz die ohnehin verengten Herzkranzgefäße zusätzlich krampfartig verengen lässt.

Mit Bewegung sicher durch die Hitze

Ob als Gesunder oder Diabetiker – Sport sollte in der prallen Mittagssonne nicht getrieben werden. Hohe Temperaturen in Verbindung mit körperlicher Aktivität können nämlich das Herz-Kreislauf-System enorm schwächen. Dennoch ist Bewegung besonders für Diabetiker auch in der Sommerzeit wichtig. Allerdings sollte man sich entweder am frühen Morgen oder am späten Abend sportlich betätigen. Als beliebte Sportart für Jedermann kommt in der heißen Sommerzeit das Schwimmen in Frage. Doch auch hier gilt Vorsicht: Diabetiker und Menschen mit Nervenschädigungen (Polyneuropathie) sollten auch bei hochsommerlichen Temperaturen aufgrund der hohen Verletzungsgefahr nur in Schuhen über den Rasen laufen Neben Gefahren wie Scherben und andere Gegenstände, die nicht bemerkt werden, lauert vor allem im Schwimmbad der Fußpilz, für den Diabetiker besonders anfällig sind.

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