Erstellt am: 09.06.2010
Letzte Änderung am: 09.06.2010
Pilzinfektionen können jeden treffen, – als besonders gefährdet gelten jedoch unter anderem schlecht eingestellte Diabetiker sowie Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, da Pilze Zucker gut verstoffwechseln und sich dadurch vermehren können. Insbesondere Frauen leiden unter Infektionen an den Geschlechtsorganen.
Diabetiker mit einer normnahen Blutzuckereinstellung sind keinem größeren Risiko ausgesetzt Infektionen zu bekommen, als gesunde Menschen. Sind die Blutzuckerwerte dagegen dauerhaft schlecht eingestellt und latent zu hoch, ist die Gefahr von Infektionen des Harnwegs, der oberen Luftwege sowie Pilzinfektionen deutlich höher als bei gesunden Menschen. Dazu verlaufen diese wesentlich schwerer und verschlechtern den Blutzuckerstoffwechsel zusätzlich. Um den Pilzen die Nahrungsgrundlage zu entziehen, ist eine optimale Blutzuckereinstellung Grundvoraussetzung.
Einfluss des Zuckers
Während Diabetikerinnen häufiger unter Scheidenpilz leiden, kann es bei Männern mit Diabetes auch zu Entzündungen an Eichel und Vorhaut kommen. Grund dafür kann eine allgemeine Schwächung des Immunsystems bei Diabetikern sein. Bei gesunden Menschen wehren die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) Krankheitserreger im Körper ab. Bei Diabetikern ist die Funktion der Leukozyten oft gehemmt, wodurch die Krankheitserreger nicht mehr ausreichend bekämpft werden können und so ein leichtes Spiel haben, in den Körper einzudringen. Die Keime oder Pilze können sich leichter vermehren, ausbreiten und Krankheiten auslösen. Gynäkologin Dr. Anja Oppelt erklärt, dass Hefepilze Zuckerbausteine benötigen um zu wachsen. Bei Frauen mit Diabetes mellitus ist auch der Zuckeranteil auf den Schleimhäuten der Scheide erhöht, was Pilzen einen optimalen Nährboden liefert.
Generell befinden sich bei jeder Frau Hefepilze auf der Haut sowie Schleimhaut, was im Normalfall nicht weiter tragisch ist. Problematisch wird dies erst, wenn das Gleichgewicht der Vaginalflora gestört ist und sich der saure pH-Wert in den neutralen oder basischen Bereich verschiebt. Erst dann können Pilzerkrankungen entstehen.
Infektionen: Hinweis auf schlechte Stoffwechsellage
In erster Linie hilft eine optimale Blutzuckereinstellung gegen Pilzinfektionen jeder Art. Tritt bei Diabetikerinnen wiederholt ein Scheidenpilz auf, ist das ein Zeichen dafür, dass ihr Blutzucker schlecht eingestellt ist. Diese wiederkehrende Erkrankung sollte nicht leichtfertig abgetan werden, da schlechte Blutzuckerwerte weitere Folgeerkrankungen verursachen können. Experten raten also dringend den behandelnden Arzt aufzusuchen und die medikamentöse Einstellung überprüfen zu lassen. Zusätzlich können Pilzinfektionen durch eine Stärkung des Immunsystems verhindert werden. Viele Vitamine aus Obst und Gemüse sowie genügend Bewegung und ein gesunder Schlaf zur Regeneration unterstützen die körpereigenen Abwehkräfte.