Erstellt am: 01.03.2010
Letzte Änderung am: 01.03.2010
Diabetiker leiden in den meisten Fällen nicht unter ihrem Diabetes, sondern unter den unliebsamen Folgeerkrankungen. Um Folgeerkrankungen vorzubeugen oder sie zumindest abzuschwächen, ist es besonders wichtig, dass sich Diabetes Patienten regelmäßig von ihrem Arzt untersuchen lassen. Da die Zuckerkrankheit kleinste Blutgefäße schädigt, muss besonders auf die Herz- und Nierenfunktion geachtet werden.
Führt ein Diabetes mellitus zu einer Nierenerkrankung, so kann dies großen Einfluss auf die Lebenserwartung sowie Lebensqualität der Patienten haben: Nierenversagen und Dialyse drohen. Aktuell erhalten, laut der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) etwa 20.000 Diabetiker deutschlandweit eine Dialyse, das beutetet ein Nierenersatzverfahren. Demnach leiden bis zu 50 % der Diabetiker nach einer lang andauernden Krankheit unter einer mal mehr oder weniger ausgeprägten diabetischen Nephropathie. Neueren Untersuchungen zufolge können nur Nierenschäden direkt auf das Entstehen von Verengungen in den Herzkranzgefäßen Einfluss nehmen.
Entstehung der diabetischen Nephropathie
Herz und Nieren sind besonders durch die Zuckerkrankheit gefährdet. Untersuchungen haben gezeigt, dass mehr als 30 Prozent aller Patienten mit Nierenversagen Diabetiker sind.
Die diabetische Nephropathie wird dabei durch verschiedene Faktoren besonders begünstigt: hierzu zählen die genetische Veranlagung, ein erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) oder ein erhöhter Blutdruck (Hypertonie).
Aktuelle Analysen an großen Patientengruppen haben laut DDG ergeben, dass das Fortschreiten einer diabetisch bedingten Nierenerkrankung durch langfristig gute Blutzuckerwerte eingedämmt werden kann. Aus diesem Grund sollte bei Diabetikern mit Typ-2 mindestens einmal jährlich und beim Diabetiker Typ-1 etwa fünf Jahre nach der Diabetes-Feststellung ein Urintest durchgeführt werden. So lautet die Deklaration von St. Vincent zur Diabetesversorgung und -forschung in Europa von 1989 (seit 1990 WHO- und IDF-Dokument). Mit einem Teststreifen ist diese Untersuchung sehr einfach durchzuführen.
Der erste Verdacht einer beginnenden diabetischen Nephropathie besteht, wenn Eiweiß im Urin (Albumuinurie) nachgewiesen werden kann. Eiweißstoffe können als Folge eines
erhöhten Blutzuckerspiegels sowie Bluthochdruck was zu funktionsstörenden Veränderungen an den Gefäßknäueln der kapillaren Filter in der Niere führt, in den Urin übertreten.
Stadien der diabetischen Nephropathie
Die diabetische Nephropathie wird entsprechend der Nierenschädigung in fünf Stadien eingeteilt. Das 1. Stadium beginnt bereits bei der Diabetesdiagnose. Hier können bereits die Nieren vergrößert und ihre Funktionen erhöht sein. Dies ist jedoch nicht durch den Urin feststellbar. Beim 2. Stadium sind bereits erste Veränderungen bei der Nierenfunktion nachweisbar. Es entsteht erfahrungsgemäß nach etwa zwei bis fünf Jahren. Das 3. Stadium ist der Beginn der diabetischen Nephropathie und kann nach etwa fünf bis fünfzehn Jahren auftreten. Man erkennt es an einer bestehenden Mikroalbuminurie sowie einem Anstieg des Blutdruckes. Mit dem 4. Stadium, nach etwa 10 bis 25 Jahren, ist eindeutig belegt, dass eine diabetische Nephropathie besteht, da die Nierenfunktionen nachweisbar gestört sind sowie 60% aller Betroffenen parallel dazu einen erhöhten Blutdruck aufweisen. Das 5. Stadium kann nach 15 bis 30 Jahren auftreten. Es ist bereits durch ein Versagen der Nierenfunktionen gekennzeichnet und kann nicht mehr aufgehalten werden. Hier muss eine Nierenersatztherapie gemacht werden.