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Zöliakie

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Typ 1 Diabetes und Zöliakie?

©hhs/ Pixelio 5 bis 10% aller Typ-1-Diabetiker erkranken zusätzlich an Zöliakie. In beiden Fällen handelt es sich um so genannte Autoimmunerkrankungen. Worin genau der Zusammenhang beider Erkrankungen liegt, beschäftigt die Forschung seit längerem.

Zöliakie ist eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut auf Grund einer Überempfindlichkeit gegen Gluten. Gluten ist ein Klebereiweiß, das in vielen Getreidesorten vorkommt. Eine Unverträglichkeit gegenüber Gluten bleibt lebenslang bestehen. Zum Teil ist Zöliakie genetisch vorprogrammiert und bislang gibt es kein Heilmittel. Ähnlich wie bei einem Typ-1-Diabetes kann man die Erkrankung jedoch sehr gut therapieren. Durch glutenhaltige Nahrungsmittel wie Brot oder Brötchen entsteht eine Entzündung der Dünndarmschleimhaut. Nährstoffe werden deshalb nur schlecht aufgenommen und verbleiben unverdaut im Darm. Zu den Symptomen einer Zöliakie zählen Gewichtsverlust, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Misslaunigkeit und Wachstumsstörungen im Kindesalter. Bei einer nicht therapierten Zöliakie besteht die Gefahr an einem aggressiven Lymphdrüsen- oder Darmkrebs zu erkranken.

Wie behandelt man Zöliakie?

Die Behandlung bei Zöliakie besteht darin, dass auf sämtliche glutenhaltige Nahrungsmittel verzichtet werden muss. Dazu zählen unter anderem alle Getreidesorten mit hohem Glutengehalt wie Weizen, Gerste, Roggen und auch deren botanisch verwandte Ursorten Dinkel, Grünkern, Kamut, Einkorn und Emmer. Gluten wird leider in vielen Lebensmitteln als Stabilisator zum Gelieren, Stabilisieren und als Träger von Aromastoffen eingesetzt. Deshalb dürfen auch Fertig- oder Halbfertigprodukte ohne Getreide im Zweifelsfall nicht gegessen werden. Als Alternative zu glutenhaltigen Getreidesorten werden Hirse, Mais, Reis, Amarant, Tapioka, Buchweizen, Quinoa, Sojabohnen, Teff, Kastanie und Kochbananen genutzt. Gemüse einschließlich Kartoffeln, Salate, Früchte, Fleisch und Fisch, Eier, Milch und Milchprodukte dürfen ebenfalls genossen werden. Bei einem längerfristigen Verzicht auf sämtliche glutenhaltigen Nahrungsmittel erholt sich die Schleimhaut des Dünndarms relativ schnell und das Risiko von Krebserkrankungen geht deutlich zurück.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Diabetes und Zöliakie?

Eine Arbeitgruppe der Cambridge University in England hat festgestellt, dass Diabetes und Zöliakie häufig zusammen auftreten. Typ-1-Diabetiker entwickeln also häufiger als Menschen ohne einen Typ-1-Diabetes die Krankheit Zöliakie und umgekehrt. Die englischen Wissenschaftler untersuchten deshalb erblich bedingte Gemeinsamkeiten in Familien mit einem erhöhten Auftreten von Diabetes und Zöliakie. Dabei konnten sie mehrere Gene identifizieren, die das Risiko einer parallelen Erkrankung zu erhöhen scheinen. Hierfür werteten die Wissenschaftler Studienbefunde aus, in denen man Risikogene für die eine oder andere Erkrankung bestimmt hatte. Insgesamt wurden die Daten von 8.064 Patienten mit einem Typ-1-Diabetes und von 2.560 Patienten mit Zöliakie ausgewertet. 9.339 Studienteilnehmer ohne eine der beiden Erkrankungen standen als Kontrollgruppe zur Verfügung. Bei der Auswertung fiel auf, dass einige der identifizierten Risikogene tatsächlich mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit sowohl für Typ-1-Diabetes als auch für Zöliakie verbunden waren. Dabei wurden 21 Risikogene für den Typ-1-Diabetes und 11 Gene für Zöliakie gefunden. Hiervon beeinflussten 7 Risikogene gemeinsam beide Erkrankungen.

Nächste Schritte nach Erkenntnissen

Bei der erblichen Veranlagung für Typ-1-Diabetes und Zöliakie gibt es also eine gemeinsame genetische Schnittmenge. Deshalb treten beide Erkrankungen gehäuft zusammen auf. Der nächste Schritt der Forscher wird darin bestehen, der Frage nachzugehen, inwieweit die Unverträglichkeit bestimmter Nahrungsmittel eine Rolle bei der Entstehung des Diabetes spielt.

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