Erstellt am: 15.08.2008
Letzte Änderung am: 15.08.2008
Diesen neuen Studienergebnissen zufolge sollten demnach nicht nur Eltern schon im Kindesalter übergewichtiger Kinder besorgt sein, sondern auch solche, deren Kinder ungern Sport treiben oder zu Ungeschicklichkeit neigen.
Teilstudie eines britischen Projekts
Wissenschaftler des Imperial College London und des schwedischen Örebro University Hospital wiesen nach, dass Jugendliche, die bei Tests zu kognitiven und körperlichen Fähigkeiten am schlechtesten abschnitten, im Alter von 33 Jahren viel eher fettleibig waren. Experten halten es für denkbar, dass gerade diese Kinder vor sportlichen Aktivitäten zurückscheuen. Die in der Onlineversion des British Medical Journal veröffentlichte Studie beruht auf Tests, an denen mehr als 11.000 Menschen teilnahmen. Sie bilden einen Teil der seit 1958 in Großbritannien durchgeführten National Child Development Study.
Ungeschicklichkeit und mangelnde Koordination fördern Schwerfälligkeit
Lehrer und medizinisches Fachpersonal beurteilten Kinder im Alter von sieben und elf Jahren hinsichtlich ihrer Fähigkeit zur Kontrolle ihrer Hände, Koordination und Ungeschicklichkeit. Zu den Tests gehörte unter anderem das Kopieren eines einfachen Musters zur Feststellung der Genauigkeit, das Markieren von Quadraten auf einem Blatt innerhalb einer Minute und die Zeit, die die Teilnehmer dafür brauchten, 20 Zündhölzer aufzuheben. Im Alter von 33 Jahren wurde der BMI der Teilnehmer festgestellt. Die folgende Analyse ergab, dass ein schlechteres Abschneiden bei den Tests mit Fettsucht in Zusammenhang stand.
Zusammenhang da, Ursache unklar
Bei den Siebenjährigen beispielsweise verdoppelte eine schlechte Koordination das Fettleibigkeitsrisiko. Die Wissenschaftler erforschten jedoch nicht die Ursache für den Zusammenhang zwischen Fettsucht und Ungeschicklichkeit. Ian Campbelll, der medizinische Leiter von der Initiative Weight Concern, betonte, dass schlecht koordinierte Kinder weniger aktiv sein dürften. Dennoch sei Fettleibigkeit ein komplexes Problem, für das viele Dinge verantwortlich seien. Auf keinen Fall sei damit das grundlegende Problem gelöst, dass auch die Briten zu wenig Begeisterung für ausreichend sportliche Aktivitäten zeigten.
Autor: Carolin Bunge
Quelle:
www.presseportal.de
www.bmj.com