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Fettleibigkeit

Angeblich haben Zuckergetränke keinen Einfluss auf den BMI

Der Konsum von Zuckergetränken habe keinen Einfluss auf das Risiko für Übergewicht. Zu diesem überraschenden Ergebnis kam eine Arbeitsgruppe von Richard Forshee von der Universität Maryland. Allerdings ist die Aussagekraft der Untersuchung kaum belastbar.

In einer Metaanalyse von 8 Studien, die auf dem Jahreskongress der amerikanischen Diabetes-Gesellschaft  Mitte Juni in Chicago präsentiert wurden, kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass der Einfluss von Getränken mit hohem Zuckergehalt auf das Körpergewicht von Heranwachsenden nahezu nicht vorhanden sei. Die Ergebnisse sind allerdings kritisch zu sehen.

Effekt von Zuckergetränken geht in der Auswertung gegen Null

Angesichts steigender Raten an Übergewicht in der Bevölkerung hatte die Arbeitsgruppe auswerten wollen, inwieweit zuckerhältige Getränke eine Rolle bei der Entstehung von Fettleibigkeit spielen.
Dazu wertete die Arbeitsgruppe insgesamt 8 Studien in der Zeit zwischen 1996 und 2006 aus. Dabei mussten die Teilnehmer der Studien mindestens unter 19 Jahren sein und es musste dokumentiert worden sein, ob das Gewicht (gemessen im Body-Mass-Index, BMI) sich im Beobachtungszeitraum veränderte. In der Regel wurden die Studienteilnehmer zwischen einem und zwei Jahren beobachtet. Beeindruckend zeigten sich die ersten Zahlen. So trinkt ein amerikanischer Junge im Alter zwischen 12 und 19 Jahren im Durchschnitt mehr als einen halben Liter (630g/Tag) zuckerhaltiger Getränke pro Tag. Bei Mädchen sind es immer noch 409 g/Tag. Hinzukommen in beiden Geschlechtergruppen rund 100 ml Fruchtsaft (105 g/Tag bzw. 115 g/Tag).
Bei der Auswertung zeigte sich jedoch, dass die Effekte des Zuckerkonsums gegen Null gingen. Dieser Trend war für alle Studien gleich. Dies hieße, dass die Studie keine Verbindung zwischen dem Konsum von zuckerhaltigen Getränken und dem Body-Mass-Index zeige, so die Autoren der Studie. Sie zeigten sich jedoch auch selbstkritisch in der Diskussion. So führe der exzessive Konsum der Getränke sicherlich zu einer Gewichtszunahme, so dass sie nur in moderaten Mengen und im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung zu konsumieren seien, so die Autoren weiter.

Softdrinkfirmen sponsern Universität

Verwertbare Ergebnisse liefert die Studie jedoch nicht. Der Beobachtungszeitraum ist relativ kurz und die statistische Analyse recht komplex gewählt, so dass hier auch durchaus andere Ergebnisse erwartbar wären. Zudem erhält das Forschungszentrum der Universität in Maryland finanzielle Zuschüsse von Pepsi und Coca-Cola. Diese Gelder seien unabhängig vom Projekt geflossen, so das Statement in der Erklärung über finanzielle Abhängigkeiten.

Autor: Thomas Kaiser

Quelle: ADA
Am J Clin Nutr. 2008;87:1662-1671

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