Erstellt am: 05.08.2008
Letzte Änderung am: 05.08.2008
Nachdem das Medikament durch Fallberichte in den Verdacht geraten ist, Lungenkrebs verursachen zu können, wird nun seitens der Pharmafirma eine multizentrische Studie gestartet, um mögliche Sicherheitsrisiken des nicht mehr verfügbaren Medikamentes aufdecken zu können.
Fallzahl der bisherigen Lungenkrebsfälle zu gering
In einem Brief an die Ärzte, die das inhalative Insulin an ihre Patienten verschrieben haben, kündigte Pfizer diesen Schritt an und rief die Ärzte zur Mitarbeit auf. Patienten, die das Medikament eingenommen hätten und sich nun besorgt über ein mögliches Krebsrisiko äußern würden, sollten umfassend aufgeklärt werden. So sei ein sicherer Schluss auf einen Zusammenhang mit dem Medikament und den Fällen von Lungenkrebs nicht möglich. Bislang sind nur Einzelfälle aufgetreten, bei denen die Patienten auch Ex-Raucher waren. Ausschließen will die Firma jedoch die Möglichkeit nicht. Weitere Fragen sollen daher durch die Studie geklärt werden.
Große Patientenstudie gestartet
Dafür wurden Patienten angeschrieben, die in den letzten fünf Jahren an kontrollierten klinischen Studien zur Einnahme von Exubera teilgenommen haben. Sie sollen weiter beobachtet werden, um so ein umfassenderes Bild zu bekommen.
Exubera war als inhalatives Insulin nur für kurze Zeit auf dem Markt verfügbar. Die mangelnde Praktikabilität, die höheren Dosen an Insulin, die notwendig waren, um vergleichbare Blutspiegel zu erhalten, der Preis und nicht zuletzt auch die Einschränkungen bei der Anwendung (Patienten mit Lungenerkrankungen und Raucher waren ausgeschlossen) sorgten für einen beispiellosen Wirtschaftsflop in der Geschichte des Unternehmens.
Autor: Thomas Kaiser
Quelle:
Mitteilung der Arzneimittelkomission der Deutschen Ärzteschaft
Rote Hand Brief von Pfizer zum Thema „Exubera“