Erstellt am: 10.11.2006
Letzte Änderung am: 10.11.2006
Sulfonylharnstoffe sind orale Antidiabetika, die die Produktion von körpereigenem Insulin anregen. Sie sind für Typ-2-Diabetiker geeignet, deren Bauchspeicheldrüse nicht mehr genug Insulin ausschüttet. Unter anderem Glibenclamid und Glimepirid kommen zum Einsatz, wenn die Blutzuckerwerte sich durch Ernährungs- und Bewegungstherapie nicht verbessern lassen.
Diese Substanzen sorgen dafür, dass die insulinproduzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse verstärkt Insulin ausschütten, unabhängig von der Höhe des Blutzuckers. Deshalb müssen damit behandelte Diabetiker regelmäßig Kohlenhydrate essen, um einem zu starken Blutzuckerabfall und damit einer Unterzuckerung entgegenzuwirken. Die Tablette wird bis 30 Minuten vor der Mahlzeit eingenommen. Oft reicht schon eine Dosis am Tag.
Als unerwünschte Nebenwirkungen können Gewichtszunahme und Hypoglykämie, vor allem bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, auftreten, da die Wirkung sehr lange anhält. In seltenen Fällen kommt es zu Übelkeit, Völlegefühl oder allergischen Reaktionen. Bei Infektionskrankheiten, vor Operationen sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit dürfen sie nicht eingenommen werden.
Weiterführende Informationen:
Autor: Claudia Schneider
Quelle:
Pschyrembel Wörterbuch Diabetologie
www.medizinfo.de