Erstellt am: 30.04.2006
Letzte Änderung am: 30.04.2006
Unter einer Lipodystrophie versteht man eine krankhafte Veränderung des Unterhautfettgewebes. Es kann zwischen zwei Formen unterschieden werden. Bei der Lipatrophie kommt es aufgrund einer Immunreaktion auf verunreinigtes Insulin zu einem lokalen Schwund des Gewebes. Sie tritt aufgrund der heutzutage sehr hohen Qualität der Präparate kaum noch auf. Bei der zweiten Variante, der Lipohypertrophie, sind geschwulstartige Hautverdickungen an oft benutzten Injektionsstellen zu beobachten.
Die Lipohypertrophie wird durch vermehrtes Spritzen in eine Stelle begünstigt. Da Insulin eine wachstumsfördernde Wirkung hat, vergrößern sich die Fettzellen. Aber auch durch eine nicht korrekte Spritztechnik oder das Verwenden stumpfer Nadeln können Verdickungen auftreten.
Während mit Lipoatrophien kaum noch zu rechnen ist, tritt eine Lipohypertrophie relativ häufig auf. Betroffene Areale sind schlechter durchblutet und nehmen das Insulin somit ungleichmäßig auf. Die Gefahr von Blutzuckerschwankungen ist höher. Daher sollte keinesfalls in die betroffenen Bereiche gespritzt werden. Nicht alle Gewebeveränderungen bilden sich spontan wieder zurück. Daher kann es ggf. sinnvoll sein, bei einer Verdickung überschüssiges Fett absaugen zu lassen.
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Autor: Wiebke Raue