Erstellt am: 31.05.2006
Letzte Änderung am: 31.05.2006
Biguanide zählen zu den oralen Antidiabetika, welche bei Typ-2-Diabetes eingenommen werden. Die genaue Wirkungsweise ist noch nicht endgültig geklärt. Fakt ist, dass sie den Blutzucker senken, ohne dabei in den Insulinhaushalt einzugreifen. Die Zellen können den Zucker im Blut leichter aufnehmen, zudem wird u.a. die Wirkung des bei Typ-2-Diabetikern noch vorhandenen Restinsulins erhöht.
Da sie appetithemmend wirken, sind Biguanide vor allem für übergewichtige Betroffene eine Alternative zu anderen Formen von Antidiabetika. So führen Medikamente aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe beispielsweise eher zu einer Gewichtszunahme. Häufige Nebenwirkungen von Biguaniden sind Appetitlosigkeit, Durchfall, Übelkeit und Brechreiz. Diabetiker mit Nieren- oder Lebererkrankungen oder besonderen körperlichen Einschränkungen dürfen diese Medikamente nicht einnehmen.
Die verschiedenen Substanzklassen der Biguanide weisen Unterschiede in Bezug auf ihre Wirkungen auf. Viele Arzneimittel aus dieser Stoffgruppe wurden Ende der 70er Jahre aufgrund starker Nebenwirkungen vom Markt genommen wurden. Der bekannteste und auch heute noch häufig eingesetzte Vertreter ist das Medikament Metformin, welches weniger unerwünschte Wirkungen aufweist.
Autor: Wiebke Raue
Quelle:
Pschyrembel Wörterbuch Diabetologie
www.diabetes.uni-duesseldorf.de