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Beiratsmitglied: Prof. Dr. Stephan Martin

DIABETESGATE-Beirat: Prof. Dr. Stephan Martin

DIABETESGATE-Beirat: Prof. Dr. Stephan Martin Prof. Dr. Stephan Martin ist seit 2002 leitender Oberarzt der Deutschen Diabetes-Klinik am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) in Düsseldorf. Als ständiger Vertreter des Direktors Prof. Dr. Scherbaum wacht er sowohl über den Klinikalltag als auch über die Diabetes-Forschungsprojekte, durch die sich das DDZ auszeichnet.

Neben seiner Funktion am DDZ ist der Mediziner, der den Schwerpunkt seiner Tätigkeit im Bereich der Erforschung und Therapie des Krankheitsbildes Diabetes mellitus setzte, Mitglied in verschiedenen Fachgesellschaften wie der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG), der Europäischen Diabetes-Gesellschaft (EASD) und der Amerikanischen Diabetes-Gesellschaft (ADA).

Prof. Dr. Martin, auf welche Art und Weise setzen Sie sich mit Diabetes mellitus auseinander?

Als Wissenschaftler und Arzt beschäftige ich mich schon seit Jahren mit der Entstehung des Diabetes mellitus und seinen Folgeerkrankungen. Insbesondere habe ich mir zum Ziel gesetzt, mich dabei zu engagieren, dass wissenschaftliche Ergebnisse in der Praxis schneller umgesetzt werden. Diese Aufgabe ist von besonderer Bedeutung, da sie häufig sehr lange dauert.

Welches waren Ihre Beweggründe, Mitglied des DIABETESGATE-Beirats zu werden?

Die Arbeit von DIABETESGATE beobachte ich schon seit Jahren mit großem Interesse. Ich halte es für sehr wichtig, dass sich die Betroffenen, um deren Schicksal es ja geht, selber artikulieren. Diese Arbeit zu unterstützen war für mich Anlass, beim Beirat von DIABETESGATE mitzuwirken.

Worin sehen Sie Ihre Aufgaben als Beiratsmitglied?

Als Wissenschaftler sehe ich primär meine Aufgabe darin, für entsprechende Fragestellungen zur Verfügung zu stehen. Zum anderen versuche ich auf die Aktivitäten von DIABETESGATE in verschiedenen wissenschaftlichen Gremien hinzuweisen.

Von welcher Seite wünschen Sie sich mehr Unterstützung bei der Diabetes-Aufklärung?

Diabetes ist eine sehr tabuisierte Erkrankung. Häufig hört man von Betroffenen, dass es schwierig ist, sich in der Gesellschaft als ein solcher zu outen. Aus diesem Grund halte ich es für unheimlich wichtig, dass die Diabetesaufklärung in Form einer Imagekampagne für den Diabetes unterstützt wird. Die Verantwortung liegt sehr stark bei den Öffentlichkeitsmedien, welche die gesellschaftliche Dimension, insbesondere des Typ 2 Diabetes, besser darstellen sollten.

Welche Möglichkeiten haben Diabetiker selbst, um ihre Situation zu verbessern?

Personen mit Typ-1-Diabetes haben über viele Jahre schon gezeigt, dass sie durch Selbstanpassung und Selbstengagement ihre Erkrankung hervorragend meistern können. Auf der anderen Seite stellt der Typ-2-Diabetes eine Herausforderung dar, diese Erkrankung als Anlass zu nehmen, den Lebensstil zu ändern. Durch vermehrte körperliche Aktivität und eine gesunde Ernährung könnte diese Erkrankung zumindest in den frühen Phasen in ihre Vorstufen zurückgedrängt werden. Diese Information ist den Betroffenen in dieser Klarheit häufig nicht bewusst.

In welchen Bereichen sollte Ihrer Ansicht nach für Diabetiker mehr getan werden?

Die Aufklärung der Ursachen und die Unterstützung zur Motivation zur Änderung des Lebensstils sind ganz wesentliche Faktoren, die in der aktuellen gesundheitspolitischen Lage viel zu kurz kommen. Die in den Leitlinien der Deutschen-Diabetes-Gesellschaft zur Behandlung des Typ-2-Diabetes aufgeführten nicht medikamentösen Therapiemaßnahmen werden zu selten genutzt. Hier brauchen die Betroffenen mehr Unterstützung und Motivation.

Worin liegt für Sie diesbezüglich die höchste Priorität?

Betroffene Personen müssen motiviert werden, ihre Erkrankung als eine Chance zu betrachten und nicht als Katastrophe.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Weitere Beiratsmitglieder:

Autor: Carolin Bunge

Quelle: Interview vom Mai 2006

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