Erstellt am: 25.04.2005
Letzte Änderung am: 25.04.2005
Gestationsdiabetes (im Volksmund auch: Schwangerschaftsdiabetes) stellt eine der häufigsten Komplikationen während der Schwangerschaft dar. Schätzungen zufolge leiden etwa fünf Prozent aller schwangeren Frauen darunter.
Gefährliche Folgeschäden für Mutter und Kind
Dennoch ist Gestationsdiabetes für Mutter und Kind nicht ungefährlich: Gerade, weil die betroffene Frau anfangs kaum Beschwerden hat, wird die Erkrankung oft nicht rechtzeitig erkannt. Sind die Blutzuckerwerte der Mutter zu hoch, leidet der Fötus automatisch an zu hohen Werten, da alle Nährstoffe von der Mutter auf das Kind übertragen werden.
Häufige Beschwerden der Mutter sind Bluthochdruck, Harnwegsinfekte und Wassereinlagerungen im Gewebe. Darüber hinaus leiden 80 % aller Frauen, die schon einmal Gestationsdiabetes hatten, in einer weiteren Schwangerschaft erneut darunter. Zudem erhöht sich das Risiko, später an Typ-2-Diabetes zu erkranken.
Gestationsdiabetes bedeutet aber nicht nur ein Risiko für die Schwangere, sondern auch für das Kind. Die Entwicklung des Mutterkuchens kann durch den erhöhten Blutzucker gestört werden, so dass eine Unterversorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen möglich ist. Im schlimmsten Fall bedeutet dies den Tod des Ungeborenen.
Wie entsteht Gestationsdiabetes?
Gestationsdiabetes ist eine vorübergehende Störung des Kohlenhydratstoffwechsels. Die Bauchspeicheldrüse produziert nicht mehr genug Insulin, so dass die Körperzellen nicht mehr ausreichend mit Zucker - und somit Energie - versorgt werden. Parallel dazu steigt der Zuckerspiegel im Blut an. Oft ist auch die Wirksamkeit des Insulins herabgesetzt. Da das Insulin der Mutter nicht ausreicht, versucht das ungeborene Kind, dies durch stärkere Insulinproduktion auszugleichen.
Die Ursachen für die Entstehung des Gestationsdiabetes sind vielfältig. In der Regel spielen mehrere Faktoren zusammen:
Zudem gibt es Risikogruppen für Gestationsdiabetes. Hierzu gehören:
Bei rechtzeitiger Behandlung gut therapierbar
Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt, kann in der Regel erfolgreich eingegriffen werden. Bei 85 % aller Betroffenen reicht es aus, durch eine individuelle Ernährungsumstellung unter fachlicher Anleitung die Blutzuckerwerte zu normalisieren. Bleiben die Werte erhöht, muss für den Rest der Schwangerschaft Insulin gespritzt werden. Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle durch den behandelnden Arzt. Auch Sport kann positiv zur Gesundung beitragen, da der Blutzuckerspiegel durch körperliche Aktivität gesenkt wird.
Eine umfassende fachliche Schulung ist auf jeden Fall zu empfehlen. Sie werden lernen, sich gesund zu ernähren, Ihre Blutzuckerwerte regelmäßig zu messen und zu dokumentieren und ggf. Insulin richtig zu spritzen.
Da Ernährung und Bewegung wichtige Faktoren zur Senkung des Blutzuckerspiegels darstellen, ist Ihre Mithilfe bei der Therapie unerlässlich.
Wichtig: die Nachsorge
Auch wenn sich Gestationsdiabetes nach der Entbindung in der Regel zurückbildet: Eine sorgfältige Nachsorge ist wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden. Nach der Geburt wird mit Hilfe eines Blutzuckertests festgestellt, ob sich die Werte wieder normalisiert haben. Zur Sicherheit wiederholt der Arzt diesen Test in Abständen - denn das Risiko, an Diabetes zu erkranken, ist erhöht. Im Kinderheft sollte unbedingt festgehalten werden, dass die Mutter Gestationsdiabetes hatte. So kann gewährleistet werden, dass auch das Diabetesrisiko des Kindes überwacht wird. Falls sich die Erkrankung bei der Mutter nicht zurückbildet, muss die Behandlung fortgeführt werden.
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